Druckschrift 
Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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gewählten Brautführer( drużby) und die Braut die selbstgewähl-ten Brautmädchen( drużky). Mit bunter Wolle geschmückte Tan-nenbäumchen werden dem Zuge vorangetragen. Vor der Kirchetreffen beide Schaaren zusammen, und nun findet in derselbendurch Ringwechsel die förmliche Verlobung( zaruczyny, zasłowi-nie) statt, und gleich darauf wird die Trauung( winczenie) vollzo-gen. Sobald die Brautleute die Kirche verlassen haben,... werdenBraut und Bräutigam auf ihre Pferde gehoben. Pistolenschüsseerdröhnen, und im Galopp reitet man dem Hause der Braut zu.Der Zug des Bräutigams bleibt aber eine Strecke Weges zurück,während die Braut mit ihrem Gefolge voraneilt."( R.F. Kaindl,1894, S. 15-18)

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Teodor AXENTOWICZ

Weihe der Ostereier bei Chmelowa in Ostgalizien

sig. ,, T. Axentowicz"

Tuschzeichnung

36,4 cm x 45,3 cm

Pk 1131/2518

Lit.: ÖUM, 433

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Juliusz ZUBER

Kirchlein"( cerkowcia), ein Osterspiel in Tyszkowce( Bezirk Horodenka); nach einer Photographie vonWladimir Szuchiewicz

Ölskizze( Grisaille)

39,3 cm x 30,6 cmPk 1131/2505Lit.: ÖUM, 437

Ein Ostersonntag- Morgen auf dem Dorf. Die Dorfbewohnerhaben sich zur Speisenweihe auf dem Kirchhof versammelt. Essind besonders Frauen, die mit Schüsseln und Backmulde, gefülltmit Eiern, zur Weihe gekommen sind. Ernst und ehrfürchtig kniensie vor dem Tor, hinter dem sich Friedhof und Kirche befinden.Die Szene erweckt eher einen bescheidenen Eindruck; die Pro-zession", die den Pfarrer bei der Weihe begleitet, besteht bloß auszwei Männern und einem Knaben, der das Gefäß mit dem Weih-wasser hält.

Die schriftliche Schilderung dieses Osterbrauches fällt dagegenetwas bunter und feierlicher aus. Bei weitem festlicher[ als dasEnde des Weihnachtszyklus] werden bei den Ruthenen die nacheiner höchst strengen Fastenzeit folgenden Ostern( welyk- den)gefeiert. In der Charwoche sind die Frauen mit der Anfertigungder Osterbrode( paska) beschäftigt, welche... große mit verschie-denen Gewürzen zubereitete Weißbrode sind. Außerdem dürfenWürste, Speck, bei Wohlhabenderen auch Schinken und gebrate-nes Ferkel mit einer Krennwurzel in den Zähnen nicht fehlen. Allediese Eẞwaren, unter die noch hartgesottene Eier, Salz, Käse undButter gesteckt werden, trägt der Hauswirth im Backtrog oder ineiner Bettdecke am Ostersonntag Morgens in die Kirche. DieDorfbewohner stellen sich mit diesen Ostereßwaren auf demKirchhof in zwei Reihen auf, zwischen denen der Durchgang fürdie Procession frei bleibt. Nach dem Gottesdienst werden dieOsterbrode unter Sang, Glockenklang und Schießen vom Pfarrer,der mit einer Procession einherschreitet, geweiht."( ÖUM, 417 f.)

Ort des Geschehens ist der Platz vor der Kirche, auf dem die Bur-schen ihre akrobatischen Spiele vorführen. Die übrige Jugendnimmt regen Anteil und das Volk, das soeben die Kirche verläßt,wird Zeuge von der Kraft und Geschicklichkeit der betreffendenBurschen beim Bau einer lebenden Pyramide.

Nachmittags werden auf dem Kirchhof oder auf dem Platze vorder Kirche die Osterspiele( hahilky oder hajiwky) mit Gesang auf-geführt, welche ohne Zweifel als Überreste der heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischen Früh-lingsfeier anzusehen sind. Es sind dabei verschiedene Figuren üb-lich." Mädchen führen unter Gesang diverse Reigen auf. DieOsterlieder beziehen sich zumeist auf den Frühlingskultus undman nennt sie daher auch Frühlingslieder( wesnianky).... Die ei-gentlichen Frühlingslieder, welche... von Mädchen vorgetragenwerden, behandeln erotische Themen... Die Dorfburschen veran-stalten Spiele ohne Gesang, welche zumeist den Charakter vonTurnspielen haben und das Erproben der Stärke, Behendigkeitund Geschicklichkeit der Dorfjugend oder auch die Belustigungder Älteren bezwecken. Originell ist der sogenannte lebendigeThurm( wéża) in der Form einer Pyramide, auch unter demNamen, Kirchlein'( cerkowcia) in Tyszkowce, Bezirk Horodenka,geübt."( ÖUM, 418 f.)

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Wilhelm HECHT

Armenische Männer aus Kuty; nach einer PhotographieTuschzeichnung und Kohle

13,4 cm x 19,7 cmPk 1131/1026Lit.: ÖUM, 443

In diesem Bild geht es um die Darstellung von Typus, Habitus undTracht der angesehenen und wirtschaftlich bedeutenden armeni-schen Minorität in Galizien. Das Kronprinzenwerk ist bemüht,den modernsten Wissensstand zu bieten, und bezieht damit dieanthropologische Beschreibung in die ethnographische Abhand-

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