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Herausgehoben ist nur die Kirche links im Bild durch ihre leichterhöhte Lage, denn in ihrer Holzarchitektur fällt auch sie nichtbesonders ins Auge.
„ Die Huzulendörfer, in engen Gebirgsthälern oder an minder stei-len Bergabhängen gelegen, sind meistens stark bewohnt, alleinihre Gehöfte sind von einander abgesondert, oft eine halbe Stun-de von einander entfernt und mit Obstgärten, Weideplätzen, jasogar Waldungen umgeben. In der Mitte des Dorfes, in der Regelauf einem Hügel, ragt die aus Holzbalken in byzantinischem Stilgebaute Kirche mit drei oder fünf Kuppeln und einem rings umdie Kirche angebrachten arcadenförmigen Säulengeländer her-vor. Neben der Kirche befindet sich ein aus Holz gebauterGlockenturm, gewöhnlich mit fünf, wenn auch kleinerenGlocken versehen.“( ÖUM, 396)
Raimund Friedrich Kaindl( 1894, S. 40) sieht die Situation etwasdifferenzierter. Die statistisch- geographischen Repertorien wei-sen Ortsnamen aus, die auf bevölkerungsreiche Dörfer schließenlassen. Sie fassen meistens zahlreiche kleine Siedlungen zusam-men ,,, die auf ein weites Gebiet zerstreut sind und in der Regel ei-gene Namen führen.“ Sie wurden nur der leichteren Verwaltungwegen mit einem gemeinsamen Namen belegt,„ und nur die ge-meinsame Kirche, das Gemeindeamt und etwa die Schule er-wecken ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Sonst fühlen sichdie Bewohner der einzelnen kleinen Siedlungen ziemlich selb-ständig, und es ist Thatsache, daß der Huzule, nach seiner Heimatbefragt, oft einen Namen nennt, den man in keinem Ortslexikonfinden würde." Er führt unbekümmert den Namen jener kleinenSiedlung an, wo seine Hütte gelegen ist.„ Die Grenzen seinesWohnortes bezeichnet der Huzule als hitary."
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Julian von ZACHARIEWICZ
Geschäftsstraße( Lauben) in Czortków in PodolienBleistiftzeichnung, laviert
10,1 cm x 23,4 cm
Pk 1131/2371
Lit.: ÖUM, 419
Abb. im Bildteil
Zachariewicz bietet Einblick in eine stark belebte, fast mittelalter-lich anmutende Straße. An beiden Seiten stehen Holzhäuser mitLaubengängen, wie sie besonders für die polnischen Kleinstädtecharakteristisch sind. Die Dächer wurden auf verschiedene Artvorgezogen( zum Teil walmartig, zum Teil der gesamte Giebel)und durch hölzerne Pfeiler abgestützt, so daß Lauben entstanden.Unter ihrem Schutz spielte sich das Leben außerhalb des Hausesab. Die Straße selbst ist gepflastert, mit einem Rinnsal in der Mitte,an den Rändern lagern Geräte, Fässer und Kisten. Sie wird auchvon den Haustieren( wie Schweinen, einem Hund und Vögeln)frequentiert.
„ Die Märkte und kleineren Städte in Ostgalizien unterscheidensich nur sehr wenig von den Dörfern. Hie und da erinnert ein Krä-merladen daran, daß man hier außer der ackerbautreibendenBevölkerung auch andere Elemente vorfindet."( ÖUM, 394)Czortków war Bezirkshauptmannschaft und zählte im Jahre 1914inklusive seiner beiden Vororte 12.000 Einwohner. Es besaß einKreisgericht und ein Gymnasium und wetteiferte schließlich ineiner schnellen Entwicklung mit Buczacz und Tarnopol um dieRolle des Zentrums von Podolien.( M. Orłowicz, 1914, S. 327)
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Tadeusz von RYBKOWSKIHochzeitszug der Huzulen
sig. u. dat. ,, Tadeusz Rybkowski 1893"Tuschzeichnung
21,7 cm x 33,7 cm
Pk 1131/1755
Lit.: ÖUM, 423
Abb. im Bildteil
Die Hochzeitsfeierlichkeiten werden bei den Ruthenen voneinem langdauernden und reichen Zeremoniell bestimmt, beglei-tet von poetischen Hochzeitsliedern, althergebrachten Bräuchenund dem Nationaltanz.
Die Hochzeitsbräuche sind im Kronprinzenwerk auf einigen Sei-ten ausführlich geschildert.
Das vorliegende Bild führt zum zentralen Ereignis des Brauches,zur Trauungsfeierlichkeit in der Kirche bzw. zur Heimkehr desHochzeitszuges zu Pferd.„ Bei den Huzulen pflegt der ganzeHochzeitszug, auch die Frauen und Mädchen nicht ausgenom-men, sich zu Pferde in die Kirche zu begeben."( ÖUM, 409) DasWohngebiet dieser Volksgruppe ist durch die Berglandschaft defi-niert.
Die Trauung ist vollzogen. Im Hintergrund ist noch die huzulischeHolzkirche zu sehen, mit dem von Säulen getragenen Vorbau zumSchutz des Einganges. Das Geschehen ist nun auf die Rückkehr indas Haus der Braut konzentriert. Dem Hochzeitszug voran reitetder Fähnrich. Ihm folgen die Musikanten mit den Alphörnern( trembitka) und Geigen. Sie ziehen spielend vor der Braut her, diein ihrem Feststaat vor dem Bräutigam mit den Brautführern( drużby) und den Brautmädchen( drużky) reitet. Danach folgendie geladenen Gäste. Braut und Bräutigam haben zu diesem feier-lichen Anlaß weiße, lange Mäntel, vielmehr Capes( gugla) umge-legt und den Kopf mit Immergrünblättern geschmückt. Die Brautträgt einen Kranz aus Immergrünblättern mit Flittergold undGeldstücken, dem Bräutigam wurde ein Kranz aus den genanntenBlättern auf dem Hut befestigt.
Um dem Bild den entsprechenden Hintergrund zu geben, sollkurz auf die Schilderung Raimund Friedrich Kaindls von denHochzeitsfeierlichkeiten der Huzulen eingegangen werden.„ Gleich nach der Werbung... werden die Vorbereitungen zurHochzeit getroffen“, die Häuser gereinigt und Speisevorräte sowieGetränke bereitgestellt. Die Zahl der Gäste ist groß und die Hoch-zeit dauert drei bis vier Tage.
„ Am Vortage der Trauung versammeln sich in beiden Häusern[ von Braut und Bräutigam] die Gäste, welche vom Bräutigam( knies, d.h. Fürst) und der Braut( kniehynia, d.h. Fürstin) schonfrüher oder erst an diesem Tage in feierlicher Weise geladen wur-den." Zum Zeichen des Festes werden mit bunter Wolle ge-schmückte Tannenbäumchen auf den Tischen aufgesteckt,„ undes herrscht fröhliche Unterhaltung beim festlichen Mahle; dieganze Nacht hindurch wird getanzt und gespielt. Wenn der Mor-gen schon dämmert, wird für die Braut der Kranz( wincyk) ausImmergrünblättern genäht und mit Flittergold und Geldstückengeziert; auch Knoblauch, als Schutzmittel gegen alles Böse wirdan den Kranz befestigt.... Der Kranz wird sodann dem Mädchenunter Segenssprüchen auf den Kopf gesetzt; die Nadel, die zur Ar-beit benützt wurde, bleibt im Kranz stecken. Hierauf umrundetdas Mädchen mit Beiständen dreimal den Tisch, kniet vor den El-tern nieder, um ihnen für die erwiesenen Wohltaten zu dankenund ihren Segen zu empfangen. Dasselbe geschieht im Hause desBräutigams; auch für ihn wird ein Kranz genäht und dieser auf sei-ner Mütze feierlich befestigt. Ausser diesen Kränzen tragen Brautund Bräutigam an ihren linken Armen grosse, aus hartgetrockne-tem Käse bestehende Ringe( kolacz).... Über den gewöhnlichenFeststaat legen sodann die Brautleute noch lange Mäntel( manta,gugla) um.... Ebenso sind alle Gäste festlich gekleidet, Brautführerund Brautmädchen überdies mit Blumen geschmückt.
Die Trauung findet in manchen Gegenden nur am Donnerstagoder Sonntag statt, denn nur diese Tage gelten als glückbringend,und zwar immer am Vormittag. Zur festgesetzten Stunde rückenBräutigam und Braut von ihren Elternhäusern hoch zu Ross undvon einem stattlichen Gefolge begleitet aus, um sich zur Kirche zubegeben. Bevor sie die Gehöfte verlassen, werden sie von ihren El-tern mit Weizen beworfen. Zum Gefolge des Bräutigams und derBraut gehören aber außer den anderen Gästen je ein Brautvater( bat'ko) und eine Brautmutter( matka), die von den Eltern ge-wählt werden; ferner begleiten den Bräutigam die von ihm selbst