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Julian von ZACHARIEWICZ
Griechisch- katholische Holzkirche in Skorodyńce nächst
Czortków
sig.„ Zachariewicz"
Bleistiftzeichnung, laviert
17,5 cm x 22,2 cm
Pk 1131/2368
Lit.: ÖUM, 407
,, Malerisch sind die hölzernen Kirchlein( cerkiewki) unter den ga-lizischen Ruthenen und am Abhange der Karpathen."( ÖUM, 668)Sie kennzeichnen inmitten des landschaftlichen Bildes die ru-thenischen Ansiedlungen. ,,... In der Mitte des Dorfes ragt von altenLinden umschattet die ruthenische Kirche, meistens aus Holz ge-baut, mit drei Kuppeln und einem einstöckigen Glockenthurmhervor. In der Nähe der Kirche befindet sich gewöhnlich dasPfarrhaus..."( ÖUM, 392)
Die gezeigte Kirche weicht ein wenig ab von diesem Bild, dochmuß der Individualität des Zimmermeisters der Stilepoche oderFremdeinflüssen ein gewisser Spielraum zugestanden werden.,, Grundplan und Aufbau sind den spätbyzantinischen Kirchenentlehnt. Waren die ältesten Kirchen in den ruthenischen Län-dern immer aus Mauern aufgeführt, so hatte in den von denKunstcentren entfernten Gegenden der Mangel an Maurer- undSteinmetzarbeitern die Einführung der kirchlichen Holzbaukunstzur Folge.
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Eigentlich sind diese ruthenischen Kirchen keine Centralbauten,sie strecken sich in einer Achse nach Osten und zeigen drei Ab-theilungen, die sich im Grundriß und in dem Aufbau kenntlichmachen. Da ist die Vorhalle dann der Naos, und von ihr durchdie Ikonostaswand getheilt die Bema oder das Presbyterium, dashäufig vieleckig abgeschlossen ist.“ Eine Anzahl Schindeldächer,die die mit Schindeln gedeckten Wände schützen, vertreten dieTeilungsgesimse.„ Aus diesem gemeinsamen Schema der rutheni-schen Kirchlein mit drei Kuppeln entwickelt sich ein unermeß-licher Reichtum von Abarten in der Anreihung der Bestandtheiledes Aufbaues, in der Gestaltung der thurmartigen Kuppeln, alsAusdruck der Individualität des Zimmermeisters, der Stilepocheoder fremder Einflüsse.... Einflüsse der Renaissance bemerkt manin der Anbringung von Laternen über den Kuppeln,..." Interessantist der Übergang vom quadratischen Unterbau in einen acht-eckigen Tambour mit kuppelförmigem Abschluß im Aufbau derKirche, besonders des Schiffes. Die Glockentürme stehen vomKirchenbau getrennt und unterscheiden sich in der Gestalt nichtvon denen der kleinen lateinischen Kirchen, höchstens durchgeringere Aufbauten.( ÖUM, 668-670)
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Julian von ZACHARIEWICZ
Huzulenbütte in Jawornik am Schwarzen Czeremosz
sig. u. dat. ,, Zachariewicz 1893"Tuschzeichnung
12,5 cm x 25,6 cm
Pk 1131/2369
Lit.: ÖUM, 411
Mit feinen Federstrichen ist der charakteristische Eindruck einesHuzulengehöftes in seiner Holzkonstruktion mitsamt den umzäun-ten Weideflächen festgehalten. Für sich abgeschlossen sitzt es aufeiner kleinen Kuppe in der Bergwelt der Karpaten. Mühsam ziehtdas Pferdchen den Leiterwagen über den ansteigenden Weg fort.„ Jeder Hirtenhof in den Bergen bildete eine in sich abgeschlosseneWelt, in der eigene Regeln herrschten und die geprägt war von derHausgemeinschaft der Menschen und Tiere."( I. Senkiv, 1981, S. 57),, An das Wohnhaus lehnen sich gewöhnlich die Stallungen für dasVieh( kolesznia do marżeny) an.“ Die Ställe sind mit dem Hausdurch ein mehr oder minder gemeinsames Dach verbunden undnur durch die Rückwand von der Wohnstube separiert.„ Seltenersind die Stallungen getrennt vom Hause,... An das Haus angebautoder auch in der Nähe desselben steht ferner die Kammer( ko-mora, klit'), welche zur Aufbewahrung der Fruchtvorräthe, Nah-rungsmittel, dann der Feiertagsgewänder und dergleichen dient.Auch eine Holzkammer( dreworub) findet man bei den Häusernreicherer Wirthe.... Ebenso sieht man in der Nähe des Gehöftesnicht selten ein oder zwei Heudächer( oborich, plur. oberohy)."( R.F. Kaindl, 1894, S. 35 f.)
Die Kombination von Stallungen, Kammern, Speichern, Kellernund Werkstätten ist je nach ökonomischer Lage der Besitzer ver-schieden.
Das Wohnhaus bildete das Hauptgebäude des Hofes und dientedem Schutz der ganzen Familie und ihrer Angehörigen. Es wurdeaus in zwei Halbrundhölzer geteilten Fichtenstämmen gebaut,wobei die gewölbte Seite nach außen und die fein bezimmerteSeite nach innen gelegt wurde.„ Das Dach war ein abgewalmtesGiebeldach. Die Giebelwand, in der sich eine kreuzförmige Öff-nung für den Rauch befand, war durch geschnitzte Bretter ver-ziert. Das Dach war mit 1,5 m langen Latten bedeckt( dranyci). Ander Frontseite reichte das Dach bis über die Veranda und an derRückseite bis zur Erde, um die hinten angebauten Stallungen vorKälte zu schützen."( I. Senkiv, 1981, S. 51 u. 53)
„ Umgrenzt ist das Gehöft des Huzulen zumeist mit einem Zaun( plit), welcher aus langen wagrechten Stangen( worenie) undsenkrechten Pflöcken( kili) derart hergestellt ist, dass er leichtauseinandergenommen und wieder hergestellt werden kann. DieConstruction des Zaunes bringt es mit sich, dass derselbe in Zick-zacklinien dahinzieht."( R.F. Kaindl, 1894, S. 38)
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Julian von ZACHARIEWICZ
Huzulendorf der Gemeinde Hryniawa„ Na Zelenem" amSchwarzen Czeremosz
sig. u. dat. ,, Zachariewicz 1893"
bez., Huzulendorf der Gemeinde Hryniawa„ Na Zelenem“ am SchwarzenCzeremosz'
Tuschzeichnung, laviert
17,3 cm x 27,8 cm
Pk 1131/2370Lit.: ÖUM, 415
In gewisser Weise ist dieses Bild eine Wiederholung des vorherge-henden( Huzulenhütte in Jawornik am Schwarzen Czeremosz).Allein die Perspektive ist erweitert, der Blick auf mehrere für sichabgeschlossene ,, Gehöft- Welten" wird eröffnet. Sie liegen eher ge-tarnt im Tal und schmiegen sich unauffällig an das Gelände. Deut-lich wird nur, wovor der Beschauer( Künstler) unmittelbar steht;so der Verlauf der Umzäunung und die Dachlandschaft des an denHang gebauten Hofes.
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