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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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Die Lebendigkeit dieses Brauches in christlicher Deutung kannauch durch einen Bericht im illustrierten Reisehandbuch Krakauund Umgebung" von Izabella Gawin und Dieter Schulze( Bremen1995, S. 178) belegt werden, wonach am Ostermontag, dem Tagdes Heiligen Lejek, in Polen bekannt als Smigus- dyngus"-Tag, inden Familien die Häupter mit Wasser benetzt werden: ein symbo-lisches Abstreifen der Sünden. Auf den Straßen geht es heftiger zu,denn hier bespritzen Jugendliche Passanten aus Wasserkübeln.

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Zygmunt AJDUKIEWICZ

Sobótka- Feier: Sprung über das Höhenfeuer

Ölskizze( Grisaille)

32,2 cm x 40,0 cm

Pk 1131/26

Lit.: ÖUM, 357

Pfingsten, 50. Tag nach Ostern: Auf den umliegenden Hügeln vonKrakau werden, sobald es zu dunkeln beginnt, tausende von Feu-ern entzündet. Die näheren dieser Feuer spiegeln sich in demWasser der ruhig dahinfließenden Weichsel wieder, die fernerenerreichen sogar das Karpathengebiet und blitzen durch die Fernegleich nebelumhüllten Sternen. Diese Feuer brennen einigeStunden hindurch an beiden Feiertagen, wenn nicht sogar eineReihe von Tagen nacheinander. Die Burschen entzünden kleineBüschel von Stroh an den Feuerstellen, befestigen sie an langenStäben, die sie im Laufen schwenken oder in die Luft werfen. An-dere werfen die Strohbündel auf die Erde und zünden sie unterGesängen und Springen an. Dieses Höhenfeuer, das man dasBrennen der Sobótki( Samstags- Brennen) nennt, und dessen Be-schreibung aus dem Jahre 1835 stammt, war einst in Polen allge-mein verbreitet,...( ÖUM, 327)

Pfingsten wird nach Weihnachten und Ostern sehr festlich be-gangen. Besonders bei den Krakowiaken herrscht am zweitenPfingsttag bewegtes Leben. Die Bewohner Krakaus feiern denNachmittag auf dem Felsenhügel Bielany ganz nach individuel-lem Geschmack mit Musik und Tanz, Gelage und Spiel.Ajdukiewicz hat das Geschehen nach Einbruch der Dunkelheiteingefangen. Ein kräftiger Sprung über das Höhenfeuer, ringsumnehmen die Zuschauer regen Anteil, und der Knabe in Hemdchenund Strohhut hält Reisig für das Feuer bereit. Die Szene kann ein-deutig Krakau bzw. der Umgebung von Krakau zugewiesen wer-den. Der Springende in Hemd und knielanger ärmelloser Jacketrägt die magierka auf dem Kopf, Strohhüte und Krakauer Hutsind bei den übrigen Teilnehmern zu sehen.

Bis heute wird dieser Pfingstbrauch in der Reiseliteratur erwähnt:Von den umliegenden Hügeln Krakaus wird am 50. Tag nachOstern der nächtliche Himmel mit Feuern erleuchtet.( I. Gawin,1995, S. 178)

Der Ursprung des Brauches wurde zu Ende des 19. Jahrhundertssowohl heidnisch Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnisch als auch christlich gedeutet. Das Krakauer Volkbetont, daß es die Sobótki zum Andenken an die Sendung des hei-

ligen Geistes abbrennt," in Erinnerung an dessen Gestalt von feu-rigen Zungen über den Köpfen der Apostel zu Pfingsten. Auch diezu dieser Zeit gesungenen Lieder würden nicht gerade den heid-nischen Glossar ::: zum Glossareintrag nischen Ursprung beweisen.

Andererseits wurde das Brennen der sobótki" in manchen Ge-genden am Tag des hl. Johannes des Täufers, am 24. Juni, geübt.( ÖUM, 327)

Die heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnische Deutung teilt Julius Jandaurek( 1884, S. 68): Dasgeheimnisvollste Fest des Jahres ist aber der Johannisabend." SeinUrsprung ist in der uralten Verehrung des Feuers zu suchen, wie essich in Gestalt der Sonne zeigte. Diese Feier, die sich in Galizienerhalten hat, heißt Sobótka, Sonnwendfeier. Die Polen begehendiese am Vorabend des hl. Johannes, also am 23. Juni, die Ruthe-nen hingegen feiern dieses Fest," das bei ihnen kupajlo" heißt,am Tag desselben Heiligen, aber nach Julianischem Kalender, am6. Juni.

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Zygmunt AJDUKIEWICZ

Der Lajkonik"-Umzug in Krakau

sig. Zyg. Ajdukiewicz"

Ölskizze( Grisaille)

32,3 cm x 40,0 cm

Pk 1131/27

Lit.: ÖUM, 361

Abb. im Bildteil

Mitten in einer großen Menschenmenge tummelt sich ein in tata-rische Tracht gekleideter Mann auf einer Pferdeattrappe. Er trägteinen in eine hohe Spitze auslaufenden Turban und gelbe Stiefel.In der Hand hat er einen keulenförmigen Stock, mit dem er jeneschlägt, die ihm im Wege stehen. Um ihn herum Männer, Tata-ren mit Feldzeichen, daneben schreitet einer mit großer Fahne.Ganz Krakau nimmt Anteil, selbst von Balkonen und Fenstern

aus.

Von der Kleidung der Männer her, sie tragen die alte Form derStadtkleidung mit der krakuska, ist der Ort der Handlung nichtzu verkennen. Es ist wahrscheinlich ein alten Zunftbrauch derWeichselflößer( Getreideflößer), der am letzten Tag der Oktavvon Fronleichnam gepflegt wird. Der Umzug nimmt seinen Aus-gang in der Vorstadt Zwierzyniec und findet sich später auf dem rynek"( Ringplatz) ein.

,, Mit dem Fronleichnamsfest verbindet sich in Krakau noch eineandere Volksbelustigung. Am letzten Tag der Oktave nämlicheilen die Massen nach der Procession in die Vorstadt Zwierzyniec.Von dort kommen ihnen bald andere Volksmassen unter demKlang einer quickenden Musik, unter Trommelwirbel und Pau-kenschlag entgegen. Mitten in diesem Gewühle tummelt sich einin tatarische Tracht verkleideter Mensch mit Turban und gelbenStiefeln und gibt vor, er reite gleichsam ein scheu gewordenesPferd,... In der Hand hält er einen tüchtigen Kommandostab, mitwelchem er denen Hiebe austeilt, die ihm im Wege stehen. Nebenihm gehen einige andere Tataren mit Feldzeichen, und vor ihmschreitet einer mit großer Fahne einher. Ehemals producirte sichdieser Zug nur im Klosterhof der Norbertinerinnen auf demZwierzyniec, später erst begann er bis zu dem erzbischöflichenPalast in Krakau aufzumarschieren, heute aber stellt er sich aufdem Ringplatze vor dem Hause des höchsten Repräsentanten desStaates auf. Hier, sowie vor dem erzbischöflichen Palaste werdenFahnen und Standarten zum Zeichen der Huldigung geneigt, wor-auf der Tatar sein Pferd tummelt, das heißt, die verschiedenstenSprünge macht, wobei er auf den drängenden Troß einhaut.Nachdem er die erwarteten Geschenke erhalten hat, kehrt der ta-tarische Haufen nach dem Zwierzyniec zurück, wo er sich ein be-scheidenes Gastmahl gestattet. Diese Volksbelustigung wird vonden Gebildeten, das Zwierzyniecer Pferdchen'( Konik zwierzy-niecki), vom Volke aber, Lajkonik' genannt."( ÖUM, 329)

Der Überlieferung nach soll dieser Brauch in Erinnerung an denFlößer aus der Vorstadt Zwierzyniec stattfinden, dem es gelungenwar, das Tatarenheer in die Flucht zu schlagen. Allerdings gibt es

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