nach Besitzstand des Eigentümers ist sie bald„ ein Bretter-, baldein Staketenzaun, bald ein geflochtener, bald ein Stangenzaun. Ander Frontseite, wo sich das Thor oder der Thorweg befindet, istdieser Zaun besser gehalten als weiter davon." Zum Schutz derGebäude gegen Feuer aus der Nachbarschaft ist die gesamte Anla-ge auf einer Seite des„ Umganges" reichlich mit Bäumen be-pflanzt. ,, Die Häuser sind meist mit der Schmalseite der Straße zu-gekehrt, selten mit der Front oder der Rückseite. Vor dieser miteinem oder zwei Fenstern versehenen Schmalseite des Hauses be-findet sich ein kleiner Blumengarten, auf der anderen Seite demGarten gegenüber befindet sich der Brunnen mit dem Brunnen-schwengel oder dem Schöpfrad.“ Der freie Platz vor dem Hauswird Hof oder Hofraum( podwórze) genannt. Darauf folgt derStallbereich mit den diversen Viehställen für Pferde( stajnia), Rin-der( obora), Schweine( chlew) etc. Dort befindet sich der Schup-pen zur Unterbringung der Wagen und landwirtschaftlichenGeräte, das sogenannte„ natonie“( Holzplatz). Es ist dies eine ArtSchuppen oder freier Raum mit dem Klotz zum Spalten desBrennholzes und dem Holzlager für Bauholz oder andere Zwecke.,, Hinter der Obora ist das Gumno( Scheunenplatz) mit der Komo-ra, dem Speicher, wo die Vorräthe an Getreide, Samen, Rauch-fleisch, sowie die Truhen mit dem Feiertagsstaat, den Kostbarkei-ten und dem Gelde sich befinden. Weiterhin ist der Schuppen fürHeu und Stroh oder Heuschober, und in bedeutender Entfernungvon allen diesen Gebäuden steht die Stodoła, die Tenne, mit derFrontseite der Straße zugekehrt und fast die ganze Breite des, Platzes einnehmend, diesen gleichsam nach hinten zu ab-schließend. Einen gewissen Theil des Umganges' nimmt beieinem sorglichen Hauswirth der Nutzgarten ein. Es gibt Dörfer,wo hinter jedem, Umgang' sich in langen Streifen die Felder desEigenthümers hinziehen, gewöhnlich aber pflegt der Landbesitzin kleinere oder größere Stücke innerhalb des Gemeindebezirkesauseinandergeworfen zu sein."( ÖUM, 268)
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Walery ELIASZ- Radzikowski
Die Holzkirche in Dębno im Sandecer Kreis
sig., dat. u. bez.„ Dębno D. 19/8 1886. WE"Aquarell über Bleistift
30,0 cm x 42,8 cm
Pk 1131/779
Lit.: ÖUM, 301
Im Bild des polnischen Dorfes zieht vor allem die Kirche mit demPfarrhof die Aufmerksamkeit auf sich.„ Die Kirche befindet sichgewöhnlich auf einer Anhöhe und ist von einem beträchtlichen,rings eingefriedeten Rasenplatze, dem sogenannten, Friedhofe',umgeben. Ungeheure Linden, hier und da Birken oder andereLaubbäume bieten reichlichen Schatten und schützen das Gottes-haus vor heftigen Stürmen und Wettern." Das Baumaterial ist Lär-chenholz, Dach und Wände sind vollständig mit Schindeln ge-deckt. Auf dem First sitzt ein kleiner Glockenturm( Dachreiter)mit dem Kreuz.( ÖUM, 266)
Das Dorf Dębno, 13 km von Nowy Targ entfernt, in den Karpatengelegen, war durch das Juwel eines alten, im Inneren polychrombemalten Dorfkirchleins ausgezeichnet. Im Inneren warenDecke, Wölbungen und Wände mit Malereien aus dem 14. und15. Jahrhundert bedeckt. Selbst aus Lärchenholz gebaut, stand esinmitten eines von uralten Lärchen und Tannen bewachsenen,, Friedhofs" und wurde Ausgangspunkt für die ornamentalenMotive des Podhalaner Stils.
Die Anlage des Grundrisses dieser lateinischen Dorfkirchen folgtden Mustern der gemauerten, einschiffigen Kirchen vom Endeder Gotik.„ Die ältesten Denkmäler auf dem Abhang der Karpa-then kann man nicht früher als in die zweite Hälfte des XV. Jahr-hunderts ansetzen." Gewöhnlich sind sie aus Balken von Lär-chenbäumen gebaut,„ die von außen mit senkrechten Bretternverschlagen und mit Leisten oder mit einer Reihe von Schindelneingefaßt sind. An der Front sitzt ein viereckiger Glockenthurm,der nach oben durch sanfte Neigung der Wände dünner wird.
Oben krönt sie ein Vorsprung nach Art der mittelalterlichen Hur-den[ Wehrgänge], beschlagen mit Brettern, deren Abschluß nachunten zierlich in Spießform ausgeschnitten ist.“ Ein mit Schindelnverkleidetes Pyramidendach oder ein kegelförmiges Barockdachbildet die Bedeckung.( ÖUM, 666)
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Walery ELIASZ- Radzikowski
Das Innere einer Bauernhütte( Bauernstube) in Radziszówbei Krakau
sig., dat. u. bez.„ 26/9 1892 WEljasz w Radziszowie"Aquarell über Bleistift
26,3 cm x 41,5 cmPk 1131/780Lit.: ÖUM, 305
„ Die innere Eintheilung eines Hauses zeigt keine große Mannig-faltigkeit;" es sind bloß zwei Haupttypen zu unterscheiden. Beidem einen ist die Eingangstür in der Mitte und teilt das Haus inzwei gleiche Hälften. Man betritt zunächst den Flur, von demlinks und rechts eine Wohnstube liegt. Im zweiten Fall besitzt dasHaus nur eine einzige Stube, die den größten Teil der Wohnflächeeinnimmt, und den Flur. Die Eingangstür liegt demnach nicht inder Mitte der Frontwand.„ Der erste Typus gilt im Gebirgs-, derzweite für das Flachland als Regel."( ÖUM, 269 f.)
Wenngleich es sich bei der Darstellung von Eliasz um ein Haus inder Ebene( aus Radziszów bei Krakau) handelt, scheint es dem er-sten Typus anzugehören. Vom Flur öffnen sich zwei Stuben, vondenen die eine die Funktion der schwarzen und die andere dieder weißen Stube einnimmt. In der schwarzen Stube wird gekochtund gearbeitet, in der weißen sind die Schlafstätten und die Web-geräte; die Wände sind glatt gehobelt und mit Heiligenbildernbehängt. Die Raumausstattung ist weitgehend standardisiert.Rechts von der Tür befindet sich der Ofen; gegenüber an der Fen-sterwand ist die Bank zum Sitzen befestigt und davor, zwischenden Fenstern, steht der Tisch.
Die im vorliegenden Bild geschilderte Ansicht einer Stubeneckezeigt an der Längswand, in der Nähe des Ofens, zwei Regale, aufdenen sich Töpfe, Schüsseln, Krüge etc. befinden. Über dem Ofenund der Türe sind auf einem dicken Brett( Regal) gehackte Hölzerzum Heizen vorbereitet. Unter den Regalen an der Längswandsteht ein Bett, davor ein Schemel und ein Bottich.
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Walery ELIASZ- Radzikowski
Ein alter Bergbewohner( Gorale) im Torbogen seinesHauses in Zakopane
sig., dat. u. bez.„ Zakopanem 1893 Walery Eljasz"Tuschzeichnung
25,0 cm x 14,4 cmPk 1131/781Lit.: ÖUM, 309
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