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Zygmunt AJDUKIEWICZ
Trachten der Bewohner der Beskiden und Pieninen
sig.„ Zygmunt Ajdukiewicz"Ölskizze( Grisaille)
27 cm x 36 cm
Pk 1131/21
Lit.: ÖUM, 287
Abb. im Bildteil
Auch in diesem Bild versteht es Ajdukiewicz, verschiedene Infor-mationen durch die Tracht weiterzugeben. Er zeigt sechs Perso-nen, die zwei verschiedenen Goralengruppen angehören. Einer-seits die polnischen Goralen mit zwei Männern und einer Frau,denen rechts ebenfalls eine Frau und zwei Männer vom Typ derruthenischen Bevölkerung gegenüberstehen. Sie bewohnen dieBeskiden und den Felsenriegel der Pieninen, der sich zwischenWest- und Ost- Beskiden( zwischen Czorsztyn und Szczawnica)entlang des Flusses Dunajec erstreckt. Sämtliche Elemente derGoralentracht werden wieder aufgezeigt. Dominierend der Mannlinks vorne. Die weiße„ gunia“ umgehängt und auf seinen zur Axtgeformten Stock„ ciupaga" gestützt, repräsentiert er einen„ sta-rost"( Dorfvorsteher), der durch die Applikation von drei Zackender Krone,„ krościenko", an der vorderen Kante seines Mantels( gunia) kenntlich wird. Bei allen Männern sehen wir in gleicherWeise die enge, weiße Tuchhose, die Bundschuhe( kierpce) undden kleinen runden Hut. Der Dorfvorsteher( starost) trägt überdem weißen Leinenhemd einen sehr breiten Gürtel aus grobem,hartem Leder, der vorne durch eine Anzahl von Messingschnallengeschlossen wird. Der Gorale verwahrt darin Geld, Tabak undFeuerzeug. In der Mitte ein junges Mädchen mit Zopf und unbe-decktem Haar, daneben die verheiratete Frau mit weißem Kopf-tuch, das unter dem Kinn gebunden ist, und dem Mantel, wie erder„ gunia" der Männer entspricht. Sie leitet über zu der einfacherwirkenden Gruppe der ruthenischen Goralen in brauner„ gunia"mit in Tragtücher gebundenen Lasten auf den Schultern.
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Walery ELIASZ- Radzikowski
Ratsbote einer Kleinstadt
sig. u. bez.„ Rys. Walery Eljasz"Tuschzeichnung
26,9 cm x 20,0 cm
Pk 1131/778
Lit.: ÖUM, 289
Abb. im Bildteil
Ein Bote in gewichtiger Pose mit der rechten Hand auf einenknorrigen Stock gestützt, in der linken ein gefaltetes Blatt Papierzum Lesen hochhaltend. Es handelt sich um einen Ratsboten, deran öffentlichen Stellen amtliche Mitteilungen mit entsprechen-dem Pathos verliest. Er steht da in seiner„ sukmana“ mit schma-lem Ledergürtel und hochgeschlagenen Saumecken, die pelzum-randete Kappe auf dem Kopf und einen kräftigen Schnurrbart imGesicht, ein Typus, wie er sich ähnlich in zwei Illustrationen vonElviro Michael Andriolli zu dem Nationalepos„ Pan Tadeusz"von Adam Mickiewicz findet.( Ausgabe Lwów 1889, zwischenS. 136/137 u. 156/157) Der Bote war beritten worauf die auf-geschlagenen Saumecken hinweisen.
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Julian von ZACHARIEWICZ
Gasse in Baranów an der Weichsel
sig. u. dat. ,, Zachariewicz 1894"
Bleistiftzeichnung, laviert
21,7 cm x 27,6 cm
Pk 1131/2365
Lit.: ÖUM, 295
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Baranów, eines der ältesten Städtchen Polens, ist hier in einer sei-ner Gassen festgehalten. Zachariewicz leitet den Blick über diesonnenbeleuchtete Häuserfront gegen die leicht erhöht liegendePfarrkirche. Im Vordergrund rechts zieht das für die Gegend cha-rakteristisch gestaltete Haus mit der Laube die Aufmerksamkeit
des Betrachters auf sich. Ein walmartig vorgezogenes Dach liegtmit seinem Mansardenvorbau schwer auf hölzernen Pfeilern. Dar-unter befindet sich der große Torbogen. Die Längsseite des ausHolz gebauten Hauses ist nochmals durch eine kleine, rechtwin-kelig vorspringende, von Holzpfeilern getragene Überdachungunterbrochen. Unter den Fenstern lehnen Gerätschaften. DieDächer der Häuser sind mit Schindeln gedeckt und hohenSchornsteinen ausgestattet. Die Straße wirkt ruhig, nur an denGiebelseiten der Häuser sind einige Personen tätig.
Früher ist die Weichsel in nächster Nähe vorbeigeflossen, nunliegt Baranów etwa 3 km entfernt von diesem Fluß. Die Kirchezeigt sich in der zu Anfang des 17. Jahrhunderts verändertenForm. Nicht abgebildet ist das im 12. Jahrhundert erbaute und zuEnde des 16. Jahrhunderts im Renaissancestil umgebaute Schloß,der Stammsitz einiger bedeutender Adelsgeschlechter. Es gehörtzu den schönsten Renaissancebauten Polens und scheint als sol-cher selbst in den neuesten Reiseführern auf.
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Julian von ZACHARIEWICZ
Gehöft im Dorf Miechocin, zwischen Tarnobrzeg undBaranów an der Weichsel
sig. u. dat. ,, Zachariewicz 1894"Bleistiftzeichnung, laviert20,5 cm x 27,5 cmPk 1131/2366Lit.: ÖUM, 297
Hier ein Einblick in die Dorfszenerie in der Darstellung einesGehöftes. Im Vordergrund, am Eingang zum Gehöft, ein Bauer aufseinem Leiterwagen mit Pferdegespann im Gespräch mit einemNachbarn, der sich auf den Wagen stützt. In der Türe des Wohn-hauses, das als erstes Haus des Gebäudekomplexes ins Auge fällt,wartet eine Person.
,, Das Wohnhaus heißt gewöhnlich Dom( Haus), jedoch auchChałupa und Chata( Hütte). Es ist immer nur ebenerdig. Es wirdwie alle anderen Bauten aus Holz, das gewöhnlich gezimmert ist,oder auch aus Rundhölzern aufgestellt( Ziegel finden erst in derneuesten Zeit hie und da Verwendung), die Fugen werden mitMoos verstopft, oft mit Lehm verklebt, welcher an vielen Ortenmit Kalk überstrichen wird,..." Man findet„ viel Gefallen an einerÜbertünchung der Außenseite des ganzen Hauses; in diesem Fallesieht es wie ein gemauertes aus; besonders die Krakowiaken, aberauch die Mazuren[ Masowier] und die Goralen, lieben diesesAnweißen,..."
„ Die Dachbedeckung ist bei den Bewohnern der Ebenen ausStroh, welches in Garben gehörig zubereitet und entweder ganzeben oder stufenförmig an die Latten[ Dachlatten] befestigt wird.Diese Thätigkeit nennt man das, Benähen'( Poszycie), die so her-gestellte Bedachung Strzecha( Strohdach).“( ÖUM, 268 f.)
Die Anwesen sind voneinander durch eine Umzäunung, Umgang( obyście) oder aus dem Deutschen„ Platz“ genannt, getrennt. Je
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