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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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Wir lassen uns die Gelegenheit nicht entgehen,... die berühmtenFelspartien von Urycz, das Ziel zahlreicher Touristenexkursionen,in Augenschein zu nehmen. Nach kurzem Marsche gewahren wirplötzlich beim Verlassen der Schlucht[ des Stryjflusses] die mäch-tigen Sandsteincolosse von Urycz, deren graue mit Moos bedeck-te Häupter hoch über die grünen Tannen emporragen. Zahlreichsind die Spuren, daß diese Felsen einst bewohnt waren und alsnatürliche Festung dienten. Man sieht da ausgemeißelte Ge-mächer, Cisternen und Treppen, man bemerkt Theile von Mauer-werk, das die ohnehin starke, natürliche Festung uneinnehmbarmachen sollte, man hört unter den Füßen den dumpfen Wieder-hall verborgener unterirdischer Räume."( ÖUM, 70)

In Urycz befinden sich, inmitten von Wäldern, drei Gruppen male-risch schöner, phantastischer Felsen mit Spuren der erwähnten un-terirdischen Höhle, hoch über dem Boden in Stein gehauenen Zel-len und Stuben sowie Mauerreste der sagenhaften Burg Tustan.

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Julian FAŁAT

Die Saline von Kosów

sig. u. bez. Jul Fałat Kossow"Tuschzeichnung

19,6 cm x 39,4 cmPk 1131/821

Lit.: ÖUM, 71

" Von ausgedehnten duftigen Tannenwaldungen beschattet,nähern wir uns der kleinen Bezirksstadt Kosów, deren Lage imThale des Rybnicabaches zwischen den Vorbergen und den kar-pathischen Ketten höchst malerisch ist. Die Vegetation im Thalemahnt an das Klima der Gegend von Kolomea: wir sehen da Maisund Tabak, Wassermelonen und Walnüsse."( ÖUM, 74)

Die Bezirkshauptmannschaft Kosów wurde fast ausschließlichvon Juden bewohnt. Landschaftlich liegt Kosów sehr reizvoll, diebeste Aussicht auf die Stadt gewinnt man vom Gipfel einer geolo-gisch sehr interessanten Felsformation nördlich des Ringplatzesvon Kosów. Westlich der Stadt befindet sich die Saline inmitteneines großen Parks. Auch in Kosów ist das Klima mild, in den Gär-ten gedeihen Marillen und Pfirsiche( früher besaßen hier die pol-nischen Könige große Obstkulturen).

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Roman KOCHANOWSKI

Wasserfall des Pruthflusses in Dora, Karpaten

sig., RK."

Tuschzeichnung

17,1 cm x 24,5 cm

Pk 1131/1152

Lit.: ÖUM, 73

,, Vor der[ Eisenbahn-] Station Dora- Jaremcze nehmen vor Allemzwei Objekte unsere Aufmerksamkeit in Anspruch: der Wasserfalldes Pruth und ein Gebilde der Menschenhand, die Pruthbrücke,die ihresgleichen in der Welt sucht: ein einziger, 28 Meter hoherund 65 Meter breiter Bogen, der die beiden Fluẞufer verbindet."( ÖUM, 78) Der Wasserfall ist 10 m hoch und stürzt, gesäumt vonsenkrechten Felswänden, in die Tiefe. Seine Mächtigkeit hat aller-dings dadurch gelitten, daß man den Pruth flößbar machte und sosein Gefälle erheblich verringerte- ein Opfer der Natur für dieWirtschaft im 19. Jahrhundert.

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Julian FAŁAT

Flugsandlandschaft nördlich von Sądowa WiszniaBleistiftzeichnung

14,2 cm x 33,9 cm

Pk 1131/800

Lit.: ÖUM, 95

,, Kein anderes Kronland unserer Monarchie kann sich einer sogroßen Mannigfaltigkeit der Bodengestaltung rühmen wie Gali-

zien: Das Plateau von Podolien, das Mittelgebirge der Karpathen,das Hochgebirge der Tatra, das geologisch und landschaftlichselbständige, mit den westlicheren Gebieten im Zusammenhangestehende Großherzogthum Krakau und endlich die als Fortset-zung der baltischen Niederung erscheinende Tiefebene vonNordgalizien, deren Charakter durch die Flugsandmassen undFöhrenwaldungen deutlich markirt ist... Bei Sądowa- Wiszniakommen... die traurigen Dünen und die Föhren der Niederungzum Vorschein."( ÖUM, 98–103)

Gerade diese Stimmung der weiten Dünen mit dem schwer seineLast ziehenden Tier hält Julian Falat in seiner Bleistiftzeichnungfest.

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Roman KOCHANOWSKIRuine von Trembowla

sig. ,, RK."

Bleistiftzeichnung

Pk 1131/1169Lit.: ÖUM, 161

Kochanowski leitet den Blick über die Wasserfläche des Gniez-naflusses und die Neustadt( Nowe miasto) von Trembowla hin-weg gegen die Schloßruine auf steiler Höhe, 100 m über der Stadt.Die Ruine von Trembowla ist gleichsam ein Symbol für die Ausein-andersetzungen mit fremden Angreifern auf ostgalizischem Boden.Das seit ältester Zeit bestehende Schloß wurde zunächst durch denPolenkönig Kasimir den Großen im 14. Jahrhundert und ein letztesMal 1631 umgebaut. Danach wurde es 1648 von den Kosaken ge-plündert und 1671 von den Türken erobert. 1675 hielt das Schloßdank der Verteidigung durch Zofia Chrzanowska noch einmal derBelagerung durch die türkische Armee stand, bis es 1688 von denTataren überrumpelt und endgültig durch Brand zerstört wurde. Die Ruinen von Trembowla rufen die Erinnerung an die wirksameVertheidigung gegen die Türken wach."( ÖUM, 719)

Die Stadt selbst besteht aus zwei Teilen, die durch den Fluß Gniezagetrennt sind. Sie gehört neben Halicz und Przemyśl zu den älte-sten Städten der Region und ist nicht nur reich an historischenDenkmälern, sondern auch an Naturschönheiten. Man nennt ihreUmgebung podolische Schweiz".

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Friedrich OHMANN

Schloß Podhorce bei Złoczów

sig. FOhmann"Tuschzeichnung

15,4 cm x 27,6 cmPk 1131/1508Lit.: ÖUM, 211

Friedrich Ohmann hält Bauwerke fest, die nicht nur ihrer Archi-tektur wegen, sondern vor allem in ihrem historischen Zusam-menhang von großer Bedeutung sind. Der einfach erhabene, imStil der holländischen Spätrenaissance erbaute Palast war einprächtiger Repräsentant polnischen Magnatentums und ein gei-stig- kulturelles Zentrum ersten Ranges. Das zweistöckige, recht-eckige Gebäude mit zwei Seitenpavillons ist von einem Park um-geben, der früher bedeutend größer und mit Wasserspielen ausge-stattet war. Schon im XVII. Jahrhundert wurden Schloß und Parkselbst von Fremden als eine der grössten Sehenswürdigkeiten desLandes gerühmt..."( Moderne illustrierte Zeitung. Reise und Sport.Jg. 13. 1913. Sonder- Nummer Galizien", S. 145)

Die Lage des Palastes auf einem Hochplateau am Rande der po-dolischen Platte verschafft einen herrlichen Ausblick auf dienördliche Umgebung von Podhorce und die ausgedehnten Auenund Wälder der wolhynischen Ebene.

Das Schloß ist von einer starken Mauer mit schönem Eingangstorumgeben, wobei das Kronprinzenwerk noch einige Details dieserFortifikation anführt. Terrassen mit Balustraden erheben sich

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