Korniaktturm der Wallachischen Kirche, der Karmeliterkircheund schließlich dem Bernhardinerkloster am rechten Bildrand.Links außen ist ein Teil der Jesuitenkirche zu erkennen. Den Hin-tergrund bildet der Rücken des Schloßberges. Unter den im obi-gen Zitat bereits angedeuteten„ grünen Zufluchtsplätzen stehtder Schloßberg( Franz Josefsberg) obenan, eine hochgelegeneschattige, für Fußgänger und Fahrende eingerichtete Promenade.Von der Südseite des Schloßberges ist Lemberg aus der Vogel-schau zu überblicken..."( ÖUM, 44 f.)
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Rudolf BERNT
Das Landtagsgebäude in Lemberg
sig. ,, Rud. Bernt"
Tuschzeichung
15,8 cm x 21,1 cm
Pk 1131/228
Lit.: ÖUM, 231
Im historischen Abschnitt des Kronprinzenwerkes wird unter an-derem auf die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gesteigerte Be-deutung des galizischen Landtages hingewiesen:„ Die Landesord-nung vom Jahre 1861 hat bereits einen vom Landtage gewähltenLandesausschuẞ eingesetzt, welchem neben der Vorbereitung dervom Landtage zu beschließenden Landesgesetze viele Agenden,insbesondere auf dem Gebiete der Landescultur und der Gesund-heitspflege überwiesen wurden.“ Die staatliche Zentralverwal-tung fand„ jetzt einen mächtigen Bundesgenossen in der Selbst-verwaltung, welche dem Lande durch die neue Verfassung[ von1867] zutheil geworden war."( ÖUM, 236) In diesem geistigenUmfeld ist der Bau des Landtagsgebäudes in Lemberg zu sehen,welcher in den Jahren 1877-81 nach den Plänen des ArchitektenJuliusz Hochberger( 1840-1905) im italienischen Renaissancestilerfolgte ,,, mit herrlichen Risaliten bei Anwendung von Säulen, ko-rinthischen Pilastern und Figurengruppen.“( ÖUM, 708) Der Mit-telrisalit ist mit einer imposanten Säulen- Balkonloggia und einerAuffahrt darunter ausgestattet. Die Skulpturen vor dem Risalit-sockel und auf der Attika stammen von Teodor Rieger. Der Bauwurde nach dem Ersten Weltkrieg zum Hauptgebäude der Lem-berger Universität umgestaltet.( Lemberg/ L'viv, 1993, S. 80)Rudolf Bernt erfaßte das mit seiner Hauptfront nach Südwestenorientierte Gebäude aus einem Blickwinkel von Süden, amSchnittpunkt der Marszałkowska- Straße und der 3. Mai- Straße( Ul. Trzeciego Maja). Der Vorderfront gegenüber erstreckt sich diegroße Parkanlage,„ Ogród miejski", von der am linken Rand einkleiner Ausschnitt mit einem Baum und Strauchwerk sichtbarwird.
Bemerkenswert ist, daß ein Bauplan von Otto Wagner für dasLandtagsgebäude angekauft, aber nicht verwirklicht wurde.
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Friedrich OHMANN
Die Boim- Kapelle in Lemberg
sig. u. dat. ,, FOhmann 94"
Tuschzeichnung
22,8 cm x 13,3 cm
Pk 1131/1509
Lit.: ÖUM, 697
Mit feinen Federstrichen bringt Friedrich Ohmann die Boim-Kapelle, das Mausoleum der Lemberger Patrizierfamilie Boim, zuPapier. Es gilt als das schönste Denkmal der Spätrenaissance inLemberg.
Die Kapelle befindet sich an der Südostecke des ehemaligenKathedralfriedhofes. Sie wurde 1609 vom Vorsteher der TuchgildeGeorg Boim begründet und 1617 durch seinen Sohn Dr. med.Paul Boim vollendet. Die Namen des Erbauers Janusz Głuski undder Bildhauer Jan Biały und Hans Scholz sind nicht mit Sicherheitfestgestellt. Anziehungspunkt des Gebäudes ist die reich mit figu-ralem Schmuck in Sandstein ornamentierte Westfassade. Sie
macht den Eindruck eines in Skulptur übertragenen Kupferstich-blattes mit den Passionsbildern Christi. Als besonders schön er-scheint das die Fassade krönende Gesims. Das Spezielle der Archi-tektur besteht im Übergang von der quadratischen Grundformzur Überdachung mit runder Kuppel, die ihrerseits eine Laternemit Kuppel trägt. Auf der Laterne ist eine sitzende Steinfigur desleidenden Christus zu erkennen.
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Friedrich OHMANN
Das Sobieski- Haus am Ringplatz in Lemberg( 17. Jahrhundert)
sig. u. dat. ,, FOhmann 1895"Tuschzeichnung
22,7 cm x 17,0 cm
Pk 1131/1510
Lit.: ÖUM, 701
"
Abb. im Bildteil
In bewährter Weise, mit feinen Federstrichen, charakterisiertFriedrich Ohmann das größte und bedeutendste Haus auf demRingplatz von Lemberg, einst Eigentum und Residenz des KönigsJohann III. Sobieski während seiner Aufenthalte in dieser Stadt.Von den am Ringe gelegenen Häusern ist in seinen Dimensionendas größte, einst Eigenthum des Patriziers Constantin Korniakt,heute nach den Sobieski, der Familie des Königs Johann III. be-nannt. Seinen Schmuck bildet eine hohe Attika, die durch flacheHermen in Felder getheilt ist; die Hermen stützen ein dorischesGebälk, über dem ein vergoldeter Kranz mit in Stein gehauenenRitterfiguren und Pflanzenranken herauswächst."( ÖUM, 701)Das Eingangsportal ist mit zwei korinthischen Säulen, die zwölfFenster der beiden Stockwerke sind mit winkeligen Renaissance-giebeln geschmückt. Im ersten Stockwerk verläuft über die ge-samte Breite des Hauses ein auf Steinkonsolen ruhender Balkonmit einfachem Gitter. Die Geschichte des Hauses beginnt mit demJahr 1571, als der Lemberger Bürger Melchior Haz sein an dieserStelle befindliches altes Haus dem reichen und mächtigen Patrizi-er Konstantin Korniakt von der Insel Kreta, verkaufte. 1580 schufder italienische Baumeister Peter Barbon, im Auftrag KonstantinKorniakts, das palastartige Haus im Stil der italienischen Renais-sance. 1623 schenkte Korniakt seinen Palast den barfüßigen Kar-melitern. Diese verkauften ihn an den Woiwoden Jakob Sobieski,den Vater des Königs Johann III. Der König restaurierte den Palastund behielt ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1696. Danach befandsich das Haus im Besitz der Famile Rzewuski. 1804 erwarb es derGeneralleutnant des polnischen Heeres Alexander Chodkiewicz.1816 verkaufte er den Palast an Helene Ponińska.„, Von der Nach-lassmasse des Kalikst Poniński erwarb ihn 1910 die Stadtgemein-de und hat darin das König Johann d. III. Sobieski- Nationalmuse-um eingerichtet..."( J. Piotrowski, 1916, S. 132 u. 134)
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Roman KOCHANOWSKI
Tarnopol
sig. ,, RK."
Bleistiftzeichnung
17 cm x 31 cmPk 1131/1155Lit.: ÖUM, 49
,, Indem wir die 26.000 Einwohner zählende Stadt betreten, befin-den wir uns in der Metropole von Galizisch- Podolien... recht ei-genthümlich schaut die Stadt an Markttagen aus, besonders zurSt. Anna- Messe, in der hauptsächlich Pferde auf den Markt kom-men, während sonst Tarnopol den Hauptmarkt für den podoli-schen Getreidehandel bildet. Die eigentliche Zierde bildet eingroßer( 4 Kilometer langer und 1 Kilometer breiter) Teich, einerder größten in ganz Galizien, an dessen Süd- Ufer das... Schloß ge-legen ist."( ÖUM, 50-51)
Tarnopol war Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisge-richts, von drei Gymnasien( zwei polnischen, einem rutheni-schen), einer Realschule und einer Lehrerbildungsanstalt sowie
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