überbleibsel, mit deutlicher, sein Ende abschließender Stirnmorä-ne. Er umfaßt 33 Hektar an Flächenraum und das Loth zeigt an sei-ner tiefsten Stelle 49 Meter. Seine besondere Zierde bildet die ver-hältnißmäßig üppige Vegetation an den Ufern, da in dieser Höhe( 1384 Meter über dem Meeresspiegel) nicht nur das Krummholz,sondern auch die schöne Zirbelkiefer und sogar die Tanne ganz gutgedeiht. Die von der polnischen Tatragesellschaft angelegten Wegeund das bequeme, geräumige Schutzhaus erleichtern sehr die Be-sichtigung dieser Perle der Tatra.“( ÖUM, 95-98)
Das Meerauge gilt als Glanzpunkt des Tatragebirges. Es ist derschönste der Tatra- Seen und steht den Alpenseen in keiner Weisenach, besonders was seine wildromantische Lage anbelangt. DenHintergrund des Meerauges bilden die imposanten drei Mengs-dorfer Spitzen, deren höchste den Namen Chałubińskispitze trägt( 2437m).
„ Nach den Erzählungen der Podhalanen soll dieser See von uner-gründlicher Tiefe sein und sich tief unten mit dem adriatischenMeere verbinden, woher auch der Name, Meerauge' stammt." DieStichhaltigkeit dieser Behauptung ist allerdings sehr zweifelhaft,,, denn das Wasser des Meerauges ist ebenso süß und trinkbar, wiedas der benachbarten Quellen und hat keine Spur von Salzge-halt."( J. Jandaurek, 1884, S. 110)
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Rudolf BERNT
Przemyśl
sig. ,, R. Bernt"
Tuschzeichnung
14,3 cm x 18,9 cm
Pk 1131/227
Lit.: ÖUM, 97
Rudolf Bernt erfaßt die Stadt in einem Blick von Süden über denFluẞ San und fächert ihr Panorama in ihren bedeutenden Kirchenauf. Ganz rechts der Schloßberg, an dessen Fuß sich die römisch-katholische Domkirche befindet, im Zentrum die Franziskaner-kirche St. Magdalena.
,, Zahlreiche Thürme imposanter Bauwerke winken uns entgegen,eine große Stadt bedeckt mit ihren Häusern die Abhänge der Hügelund spiegelt sich in den Fluten eines großen Flusses, starke Fest-ungswerke umgeben den Glanzpunkt der ganzen Linie: die StadtPrzemyśl. Die Karpathen verlassen hier ihr gewöhnliches Nord-West- Streichen und wenden sich in einem kühnen Bogen gegenNorden, unmittelbar an die Tiefebene herantretend. Diese eigen-thümliche Lage der Stadt, die sich theils in der Niederung, theilsauf den Gehängen der Vorberge aufbaute, ferner die Anwesenheiteines großen Flusses, des San, verleiht ihr einen landschaftlichenReiz, dessen sich keine andere galizische Stadt rühmen kann.Die Stadt Przemyśl, die 28.000 Einwohner( ohne die Besatzungvon 10.000 Mann) zählt, ist die Residenz zweier Bischöfe, des rö-misch- katholischen und des griechisch- katholischen, und bildetden Sitz zahlreicher Civil- und Militär- Behörden. Ihre ersten An-fänge sollen in das VII. Jahrhundert zurückreichen und ihre be-wegte Geschichte ist mit der Geschichte Polens eng verbunden."( ÖUM, 103)
Die Stadt ist eine Gründung des Fürsten Przemysław aus dem7. Jahrhundert, sie fiel abwechselnd den Haliczer Fürsten und denpolnischen Königen in die Hände und kam 1340 endgültig anPolen zur Zeit Kasimirs des Großen, der hier ein( in Ruinennoch erhaltenes) Schloß erbaute. Nach Erlangung des Stadtrech-tes 1389 entwickelte sie sich zu einem wichtigen Transithandels-zentrum.
Przemyśl ist eine der schönstgelegenen Städte Galiziens. Ein Teildieser ,, Brückenstadt" erhebt sich wie ein Amphitheater auf demBergabhang des rechten Sanufers; zum anderen Teil(„ Zasanie")am linken Ufer des San führten zwei Straßenbrücken und eineEisenbahnbrücke. Das mittelalterliche Gepräge der Stadt mit denherrlichen Häusern am Marktplatz und in den angrenzenden Gas-sen verleiht ihr einen besonders pittoresken Reiz.
Seit 1873 war Przemyśl„ Festung I. Klasse". Die etwa 10.000 Mannstarke Garnison prägte das Aussehen der Stadt zur Zeit der öster-reichisch- ungarischen Monarchie. Przemyśl war damals eine mul-tinationale und multilinguale Stadt, deren Zeitungen in vier Spra-chen erschienen.
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Wilhelm HECHT
Eine Partie vom Schloß Łańcut( Landshut); nach einemAquarell von Julian Fałat
Sig. seitenverkehrt„ Jul Fałat 93"Tuschzeichnung
18,9 cm x 9,5 cmPk 1113/1024Lit.: ÖUM, 99
Wilhelm Hecht gibt den Blick bloß auf einen kleinen, romanti-schen Ausschnitt der riesigen Magnatenresidenz der Lubomirskiund Potocki frei. Einer der beiden Ecktürme mit kupfergedeck-tem Barockhelm erhebt sich gegen den Hintergrund des schönenenglischen Parks, in dessen Mitte das Schloß liegt.
Es ist das wertvollste Kunstdenkmal der Region zwischen Rzes-zów und Przemyśl. Stanisław Lubomirski ließ das Schloß1621-1641 nach den Plänen von Maciej Tropola errichten. Derzweistöckige, viereckige Palast mit vier Ecktürmen und einem In-nenhof wurde im 18. und 19. Jahrhundert mehrfach umgestaltet.Das mehr als dreihundert Räume umfassende Schloß ist reich mitKunstgegenständen verschiedener Art ausgestattet( Gemälde,Plastiken, Möbel, Glas). Dazu kommt ein Fahrzeugmuseum, dasals das umfangreichste in Europa galt.
Ein kleiner Hinweis auf die wirtschaftliche Struktur des Orteswird im Zitat des Kronprinzenwerkes mitgeliefert.„ Łańcut, einkleines unbedeutendes Städtchen, das im Lande eine gewisseBerühmtheit durch seine Fabrik ausgezeichneter Schnäpse undLiqueure besitzt, hat eine Sehenswürdigkeit aufzuweisen, nämlichdas prachtvolle gräfliche Potocki'sche Schloß, das große, von vie-len Generationen gesammelte Kunstschätze enthält."( ÖUM, 104)Das Schloß befand sich bis 1944 im Besitz der Familie Potocki.
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Roman KOCHANOWSKI
Schloßruine Tęczyn( Tenczyn) bei Krzeszowice
sig. ,, RK"
Tuschzeichnung
19,1 cm x 26,2 cmPk 1131/1167
Lit.: ÖUM, 110
Die Zeichnung Roman Kochanowskis steht am Schluß des Kapi-tels ,, Landschaftliche Schilderung“. Die imposante Schloßruine istallein ins Bild gerückt. Einige Nadelbäume deuten die Umgebungsich weithin erstreckender Wälder an.
Im Jahre 1319 als befestigte Anlage auf einer steilen, bewaldetenAnhöhe erbaut, war das Schloß Sitz des mächtigen Grafenge-schlechtes von Tęczyn. Es wurde im 16. Jahrhundert erweitertund 1656 von den Schweden zerstört. Von der Nordbastei derheutigen Ruine genießt man einen sehr schönen Ausblick auf dasWeichseltal. Dazu die Ausführungen des Werkes selbst:„ Durcheinen ausgedehnten waldigen Sumpf, die sogenannte DulowerWildniẞ, erreichen wir die anmuthige Gegend von Krzeszowice.Zu unserer Rechten erhebt sich der südliche jurassische Rand desSenkungsgebietes und hinter demselben gewahren wir bei Ten-czynek eine bewaldete Melaphyrkuppe, deren Gipfel mit einermalerischen Schloßruine gekrönt ist."( ÖUM, 109)
„ Die herrlichen Ruinen erheben sich auf bedeutender Anhöheinmitten von Wäldern..."( ÖUM, 709)
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