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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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des XV. Jahrhunderts aus Furcht vor einem Tatareneinfalle baute,ein niedriger, umfangreicher, runder Bau, im unteren Theile heutein der Erde steckend, mit theilweise kreisförmigem Grundrisse.Rund ist auch sein innerer Hof, die Versammlungsstätte der Besat-zung zur Zeit eines beabsichtigten Ausfalles. Als Schmuck dienenHurdengallerien[ Wehrgänge] auf Consolen und kleine Thürm-chen, die über dieselben hinausragen, wodurch der Bau eine male-rische Silhouette erlangt. So wie die Details, verleihen auch die stei-nernen Consolen und Chambramen[ Umrahmungen] derSchießscharten, die herumlaufenden Gesimse demselben denCharakter eines architektonischen Werkes im Geiste der mittel-alterlichen Krakauer städtischen Architektur.( ÖUM, 686-688)

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Karl Ritter von SIEGL

Eingang der St. Barbarakirche in Krakau; nach demAquarell von H. Lipiński( 1881), im Wiener Kunsthistori-schen Museum.

Sig. u. dat. auf dem Original HLipiński 881"Aquarell( Grisaille)

14,3 cm x 19,2 cm

Pk 1131/2057

Lit.: ÖUM, 15

Neben der Marienkirche, südlich davon, befindet sich die kleinegotische Kirche St. Barbara. Sie wurde 1394-1402 erbaut unddiente ursprünglich als Friedhofskapelle für einen ehemals zurMarienkirche gehörenden Friedhof. 1583 wurde sie dem Jesui-tenorden übergeben und Mitte des 17. Jahrhunderts zur barockenSaalkirche umgebaut.

Das Aquarell von Lipiński( in der Tuschzeichnung von Siegl) öff-net den Blick in einen besonders malerischen Winkel der Stadt. Erzeigt nur einen Ausschnitt der Barbarakirche und stellt die spät-gotische Vorhalle in das Zentrum seiner Erzählung". BewegtesLeben rund um die Kirche; eine vornehme Dame mit Tochter,beide in stolzer Haltung, wird von notleidenden Menschen ange-bettelt. Die Leute, denen wir begegnen, sehen zumeist arm undtrostlos aus," bemerkt Constantin Ritter von Gŏrski, der Autor desentsprechenden Kapitels, wenn er vom Weg durch die engen,mittelalterlichen Gassen zum Ringplatz spricht.( ÖUM, 9) Neben der Frauenkirche steht das Kirchlein der heiligen Barbara,welches der Sage nach von den Maurern, die beim Bau der Kra-kauer Pfarrkirche beschäftigt waren, in arbeitsfreien Stundenerbaut worden ist. Der Winkel zwischen der Frauenkirche unddem Kirchlein der heiligen Barbara gehört zu den allercharakteri-stischesten Plätzen der Stadt. Die Krakauer Künstler haben diesauch schon lange erkannt, und es fehlt nicht an historischen odergenrehaften Gemälden, deren Darstellungen sich auf diesemPlatz abspielen. Das Innere des Kirchleins ist von Grund aus ver-dorben, an der Außenseite jedoch treten als kleine aber höchstreizende Anbauten, die aus dem Beginn des XVII. Jahrhundertsstammende Kapelle und die herrliche spätgothische Vorhalle her-vor."( ÖUM, 12)

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Anton WEBER

Hofraum der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau

sig. u. dat. ,, AWeber 95"

Aquarell( Grisaille) 23,4 cm x 18,0 cm

Pk 1131/2313

Lit.: ÖUM, 19

Collegium Maius: Casimir der Grosse[ Kazimierz III. Wielki,1310-1370] stiftete am Pfingstfeste 1364 die Universität...." NachPrag ist sie die zweitälteste Universität Mitteleuropas. IhreUrsprünge lagen in der Stadt Kazimierz bei Krakau, wo Kasimirder Große auf einem weitläufigen Gelände entsprechende Bautenerrichten ließ.

,, Die Universität hatte ihren Sitz im Dorfe Bawol. Er[ Kasimir derGroße] hatte schon 1362 die Gebäude zu diesem Zwecke in der

Nähe der Laurentiuskirche errichtet. Als sie beendet waren, erließer zu Pfingsten 1364 das Statut." Mit dem Tode des Königs, 1370,wurden die Vorlesungen eingestellt, bis die Universität am 26. Juli1400 durch Ladislaus II. Jagiello wiedereröffnet wurde. Er verleg-te sie in die Stadt Krakau selbst, wo er die Lapidea magna", einzweistöckiges Bürgerhaus an der Annastraße( ul. św. Anny)/ EckeJagiellońskastraße erwarb und der Universität stiftete. Ab 1462wurden auf den Grundmauern früherer Bürgerhäuser Unter-richtsgebäude und Wohnstätten für Professoren gebaut. Sie wur-den 1492-1497 durch Meister Johann zu einem einheitlichenRechteckgebäude aus Back- und Haustein zusammengefügt. Das Gebäude besteht aus vier Flügeln, die einen viereckigen Hofumgeben."( A.O. Essenwein, 1866, S. 146 f.) Man betritt das goti-sche Bauwerk des Collegium Maius durch ein dunkles Tor undbefindet sich zunächst in dem von Arkaden umgebenen Innen-hof. Das Collegium stellt einen der interessantesten gotischenProfanbauten Polens dar und ist eines der drei gut erhaltenenmittelalterlichen Universitätsgebäude Europas. Ein Kreuzgangund die Arkadengänge mit Sterngewölben bestimmen den schö-nen Innenhof, dessen Mitte ein Brunnen schmückt.

Anton Weber eröffnet bloß den Blick in eine Ecke des Hofes desehemaligen Collegium Maius, das heute der Bibliothek zur Verfü-gung steht. Jeden Vorübergehenden fesselt der Anblick der zweiFaćaden, nach der Annengasse und nach der JagiellonischenGasse hin. Man muß jedoch in das Innere des Baues treten,... manmuß im Innenhof stehen bleiben, um den Zauber und die Stim-mung dieses alten Bauwerkes richtig zu würdigen. Ringsherumläuft ein Gang, der auf meisterhaft geschmiedeten gothischenSäulen ruht, welche die complicirte Wölbung stützen. Weiteroben, über dem Säulengange, sind in die Wand alte Basreliefs, alteThürfütterungen, Balkone, Gedenktafeln eingefügt. Das Dachüber der lothrechten Linie der Mauern kräftig ausladend, ruht aufhölzernen Stützpfeilern. Im Hofe ist es stille und feierlich, selbstin den frühen Morgenstunden, wenn die Besucher in die Säle derBibliothek eilen. Mitten im Hofraume der Jagiellonischen Biblio-thek erhebt sich ein Brunnen."( ÖUM, 17 f.)

Friedrich OHMANN

Die Kathedrale in Krakau

sig. u. dat. ,, FOhmann 95"Tuschzeichnung

33,7 cm x 22,2 cmPk 1131/1516Lit.: ÖUM, 21

Kathedrale St. Wenzel und St. Stanislaus auf dem Wawel: Wirhaben mit den Kirchen auf dem Wawel und zwar speciell mit derDomkirche zu beginnen, als der Kirche, die nicht nur in architek-tonischer Beziehung hervorragt, sondern auch historisch dasmeiste Interesse in Anspruch nimmt. Sie ist, so zu sagen, dasNationalheiligthum Polens, sie das Spiegelbild des polnischenKönigthums und Adels; in ihr spiegelt sich dessen Geschichtewieder."( A.O. Essenwein, 1866, S. 76)

Als Bischofssitz mit der Burg eng verbunden, war sie nicht nurKrönungskirche, sondern auch Grabstätte der Könige.

Die Entwicklung von Burg und Kirche laufen parallel. Bei derursprünglichen Wehrburg der Fürsten auf dem Wawel wurdeunter Boleslaus dem Tapferen( Bolesław I. Chrobry, 966-1025),im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts, ein würdiges Gotteshausals Bischofssitz errichtet. Es war dies die romanische Kirche vonSt. Gereon. Eine zweite romanische Kathedrale entstand unterBoleslaus dem Kühnen( Bolesław II. Śmiały, 1039-1081). Die drit-te Kathedrale in ihrer heutigen dreischiffigen Form wurdezwischen 1320 und 1364 erbaut. Das historische Werden desDomes spiegelt sich in seiner stilistischen Vielfalt. Bischöfe undHerrscher haben im Laufe der Jahrhunderte den Bau von immerneuen Kapellen um die Kirche herum veranlaßt. Als in ihrenGrundzügen gotische Basilika, ist sie von 18 Kapellen aus ver-

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