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Wunder über Wunder : gesammelte Studien zur Volkserzählung
Entstehung
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Wien melden 38. Er hatte einiges dran zu tadeln und eigentlich wenigzu loben, aber er konnte doch auch schreiben: ,, Ich freue mich nun aufden dritten Band, wozu ich bereits drei oder vier große und neue guteMärchen, außer mancherlei Fragmenten habe. Meine Gesellschaft istglücklich und aufs Förmlichste zu Stand, und ich erwarte davon aufden schlechtesten Fall selbst mehr wichtige Beiträge, als wir sonst jezusammengebracht hätten." Weder die Gesellschaft", zu der ihn offen-bar die Strobelkopf- Runde angeregt hatte, noch der geplante dritte Bandkamen so richtig zustande. Die Gesellschaft" trat hinter den bald nachdem Wiener Kongreß erwachenden neuen, vor allem sprachwissenschaft-lichen Interessen Jacobs zurück, und der dritte Band wurde ein reinerKommentarband, der freilich mit seinen zahlreichen knappen Hinweisenschließlich doch zur Grundlage der gesamten vergleichenden Märchen-forschung werden sollte, an der sich die Brüder selbst nicht mehrbeteiligten.

In diesem dritten Band nun finden sich die einzigen brauchbaren Hin-weise auf die in Wien gesammelten Märchen. Leider in knappen Stich-worten nur, oft ohne Angabe des Gewährsmannes, aber in einigen Fäl-len doch gerade noch zu entschlüsseln. Überblickt man das gesamte Mär-chenwerk der Brüder, dann wird man bei vierzehn Stücken mehr oderminder nahe Beziehungen zu Österreich finden. Und alle diese Stückehaben die Brüder, hat eigentlich Jacob allein, in Wien oder über Wienerhalten. Den Nummern nach aufgezählt, handelt es sich um folgendeMärchen:

KHM 25: ,, Die sieben Raben: Aus den Maingegenden, doch ist derEingang bis da, wo das Schwesterchen in die Welt zieht,aus einer Wiener Erzählung zugefügt." Ähnlichkeit hatdas Märchen von den sechs Schwänen, in welches auch dieösterreichische Erzählung übergeht." 39 Wer das Märchenin Wien erzählt haben mag, ist unbekannt. Man könnte aneine Bearbeitung von Andreas Schumacher denken 40.,, Schneewittchen: Eine Erzählung des Märchens aus Wiengibt folgenden Zusammenhang" usw. 41. Wieder ohneQuelle, vielleicht wieder nach Schumacher.

KHM 53:

KHM 68:

,, Der Gaudief un sien Mester": Die Fassung aus dem Mün-sterschen, aber mit Kommentar- Hinweis: ,, Aus Wien eine

38 Briefwechsel, ebd., S. 414 ff.

39 Kinder- und Hausmärchen, Bd. III, 3. Aufl. S. 44. Bolte- Polivka, Bd. I,S. 227 ff.

40 Zu den Märchenbearbeitungen von Schumacher vgl. Haiding, ÖsterreichsMärchenschatz, S. 414.

41 Bd. III, 3. Aufl. S. 89. Bolte- Polivka, Bd. I, S. 450 ff.

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