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Wunder über Wunder : gesammelte Studien zur Volkserzählung
Entstehung
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VORWORT

Das Österreichische Museum für Volkskunde hat in diesem Jahr 1974eine Außenstelle, das, Märchenmuseum Schloß Raabs" in der alten Burgüber der Thaya eingerichtet. Beträchtliche Teile dieser Ausstellung sindim Museum schon seit langem erarbeitet worden. Einige der nunmehr inRaabs ausgestellten Karten sind aus meinen Vorlesungen und Übungenim Lauf der letzten Jahrzehnte hervorgegangen. Manche davon habenwir schon 1952 in der damaligen Volkserzählungs- Ausstellung im Haupt-haus des Museums gezeigt. Im Zusammenhang damit sind einige Arbei-ten auf dem Gebiet der Sage entstanden, sowohl von mir wie von mei-nen damaligen Mitarbeitern Elfriede Moser- Rath und Adolf Mais. Anweiteren Arbeiten, vor allem Aufzeichnungen, hat sich Frau Elfriede Liesbeteiligt. Später eingetretene Mitarbeiter, wie Klaus Beitl und EmilSchneeweis, haben sich fallweise auch dem Gebiet der Sagenforschung zu-gewendet. Und schließlich haben alte Freunde und Kollegen, wie KarlHaiding in Trautenfels im Ennstal und Leopold Kretzenbacher in Mün-chen, Untersuchungen über verschiedene Märchen- und Schwank- Motivedurchgeführt. Die meisten dieser Aufzeichnungen, Sammlungen undUntersuchungen sind im Lauf der Jahre in unserer Österreichischen Zeit-schrift für Volkskunde erschienen, einige auch in anderen Publikationen,Festschriften und Kongreßberichten. Eine Auslese aus diesen Veröffent-lichungen, die also im Lauf der Zeit in unserem Bereich gearbeitet wur-den, haben wir nunmehr ausgewählt und daraus einen kleinen Sammel-band zusammengestellt. Er soll aus dem Anlaß der Schaffung dieses,, Märchen- Museums" zeigen, wie im Bereich unseres Museums auch die-ses Gebiet der Volkserzählforschung gepflegt wurde, ohne daß die ver-streut erschienenen Beiträge schon im Zusammenhang zur Kenntnis ge-nommen worden wären und gewürdigt hätten werden können. Wenn sienun, in einem schmalen Sammelband zusammengestellt, neu gedrucktoder auch zum ersten Mal veröffentlicht vorliegen, können sie vielleichtvor einer größeren Öffentlichkeit bezeugen, was und nach welchen Rich-tungen hin hier gearbeitet wurde und wird.

So weitreichend und vielseitig sich die Volkserzählforschung auch gestal-tet, es darf vielleicht gerade anläßlich dieses Bandes darauf hingewiesenwerden, daß eine gewisse landschaftliche Bindung immer noch möglich

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