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Wunder über Wunder : gesammelte Studien zur Volkserzählung
Entstehung
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an den altdeutschen Handschriften interessiert, die sie gerade damalszum Teil zu schon recht hohen Preisen weiterverkauften; von Frickardhat beispielsweise der Freiherr von Laßberg den Hohenemser Kodex desNibelungenliedes erworben 33. Jacob Grimm war Brentano jedenfallsfür seine Hinweise durchaus dankbar und schrieb ihm auch dementspre-chend: ,, Eckstein, Schmiedel, Passy, Hornpostel und alle, bei denen Sieherzlich angeschrieben stehen, thun mir alle Freundlichkeit an und inihrer Mittwochabendgesellschaft lesen und sprechen wir, bei passablemBraten und schlechten Bier und Wein, etwas zusammen, nie, ohne ihrerzu gedenken. Der Schweizer Flury ist nicht mehr hier, sondern in dieSchweiz. Übrigens muß ich mich zur Gesellschaft ganz neu anlernen, soherausgekommen war ich, oder komme bald wieder heraus, denn ichsehne mich in aller andern Rücksicht, Wien zu räumen!" 34 Ob der indiesem Brief genannte Arzt und Dichter August Gottlieb Hornbostel( 1786-1838) Grimm hier oder im Greiner- Schlegelschen Haus kennen-gelernt hat, ist nicht zu klären. Der geistig Grillparzer verwandte Dich-ter hat sich wohl weniger mit dem Volksmärchen als mit dem Kunst-märchen befaßt, undMärchendramenin der Nachfolge Tiecksgeschrieben 35.

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III.

Der knapp dreißigjährige Jacob Grimm war als hessischer Legations-sekretär nach Wien gekommen. Er hatte sich bei den gelehrten Biblio-thekaren der Hofbibliothek leicht als Kenner der altdeutschen Hand-schriften ausweisen können. Die Sammler und Liebhaber im ,, Strobl-kopf" nahmen ihn zunächst der Empfehlung durch Brentano wegen gutauf, hörten dann aber auch buchhändlerisch bald von ihm: verhandelteer doch wegen seiner spanischen Romanzen mit der BuchhandlungMayer und kündigte sie vorsichtshalber auch in einigen kurzen Artikelnin den ,, Friedensblättern" an 36. Der erste Band der, Kinder- und Haus-märchen" hatte sich trotz der Vorhersagen von Arnim und Brentanodoch auch in Wien eingefunden; mit dem Verleger Haas wurde desNachdrucks wegen verhandelt 37. Nun erschien noch während seinesWiener Aufenthaltes der zweite Band der Märchen, am 18. Jänner 1815konnte er seinem Bruder Wilhelm endlich die Ankunft des Bandes in

33 Steig: Clemens Brentano und die Brüder Grimm, S. 202.34 Steig, ebd. S. 199.

35 Komorzynski, Egon von: August Gottlieb Hornbostel. In: Jahrbuch derGrillparzer- Gesellschaft XIV( Wien 1904), S. 60 ff.

35 Briefwechsel, s. o. Anm. 16, S. 435 ff. Jacob Grimm, Kleinere Schriften,Bd. IV. Berlin 1869, S. 422 ff.

37 Briefwechsel, s. o. Anm. 16, S. 356.

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