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Wunder über Wunder : gesammelte Studien zur Volkserzählung
Entstehung
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fand. Der ortsunkundige, eher menschenscheue Gelehrte hätte dieseSammler nicht gefunden, wenn ihn nicht der überall bekannte, gewandteClemens Brentano, der ja knapp vor ihm 1813 in Wien gewesen war,direkt darauf hingewiesen hätte. Er hat ihm die betreffenden Persön-lichkeiten offenbar mündlich und schriftlich empfohlen, ihn dann am1. Oktober 1814 durch Arnim über seinen Bruder Wilhelm noch einmaldarauf aufmerksam gemacht: Ist Jacob noch bei dir, so grüß ihn herz-lich und gieb ihm einliegenden Empfehlungsbrief von Clemens an einensehr guten Freund, der ihn in einen Kreis von guten Gesellen, unterdenen auch Antiquare sich finden, versetzen wird, so eine Bekanntschaftist in großen Städten mehr werth als das reichste Handelshaus." 27 Diein Brentanos Empfehlung angeführten und in den Briefen und Anmer-kungen Grimms mehrfach genannten Persönlichkeiten sind nicht leichtfestzustellen. Keiner der Männer hat damals oder späterhin in der Mär-chensammlung eine größere Rolle gespielt. Es scheint von ihnen als Ge-samtheit nur festzustehen, daß sie in den Jahren 1814/15 in der InnerenStadt im ,, ordinären Bierwirtshaus zum Strobelkopf" ziemlich regel-mäßig zusammenkamen, sich wohl auch nach dem alten Hauszeichen,dem steinernen Strobelkopf" am Tyrnahof benannten, und von denbedeutenden deutschen Konvertiten Adam Müller und Friedrich Schlegelmehr oder minder angeregt worden waren. Vielleicht spannen sich ge-wisse Fäden zu der Berliner christlich- deutschen Tischgesellschaft dergleichen Jahre 28.

Für Grimm kamen vor allem die als Antiquare und Sammler tätigenEinzelpersönlichkeiten direkt in Betracht. Da war der MagdeburgerBuchhändler Eckstein, der Grimm Märchen aus seiner Heimat er-zählte 29; der Wiener Buchhändler Michael Schmidl( 1779-1832), derauch als Bibliograph sehr geschätzt war 30; Georg Passy, Bibliothekarder katholischen Leihbibliothek in der Dorotheergasse, Bruder vonAnton, Josef und Johann Passy, die alle im Sinn Clemens Maria Hof-bauers tätig waren 31;, Käßeyer, der sich mit altdeutschen Sachen ab-gibt", hat sich als Franz Anton Ritter von Kesaer verifizieren lassen 32.Aber diese und andere Persönlichkeiten wie beispielsweise der Buch-händler Frickard oder der Schweizer Maler Flury waren offenbar nur

27 Steig: Clemens Brentano und die Brüder Grimm. S. 195.28 Literatur zu dem Gasthaus zum Strobelkopf s. Gustav Gugitz: Bibliographiezur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Bd. III, Wien 1960, S. 431.29 Briefwechsel, s. o. Anm. 16, S. 389.

30 Gräffer, Franz: Kleine Wiener Memoiren und Wiener Dosenstücke. In Aus-wahl hg. v. L. Anton Schlossar u. Gustav Gugitz. Bd. I, München 1918,S. 466 ff.

31 Nagl- Zeidler- Castle, Bd. II, S. 844, 846, 848.

32 Briefwechsel des Freiherrn Karl Hartwig Gregor von Meusebach mit Jakobund Wilhelm Grimm. Hg. v. Camillus Wendeler. Heilbronn 1880, S. 4, 305.

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