Druckschrift 
Internationale und nationale volkskundliche Bibliographien : Spiegel der Wissenschaft ; Volkskunde, europäische Ethnologie ; Referate der 2. Tagung der Arbeitsgruppe für die Internationale Volkskundliche Bibliographie (IVB) und zugleich des 4. Internationalen Symposions des Instituts für Gegenwartsvolkskunde der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom 19. bis 21. April 1991 in Neusiedl, See (Burgenland)
Entstehung
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schauspiel, vom Sprichwort bis zum Rätsel, vom Volksmärchen bis zurVolkssage, von den Necknamen bis zur Volkssprache."

Dieser Aufreihung des Kanon und- vice versa- der inhaltlichenGliederung der IVB folgt, der kritischen Bewertung der Geschichte derVolkskunde durch Bausinger entsprechend, die lakonische Beurteilung:

,,... in jedem dieser Gegenstandsbereiche, die scheinbar einleuchtend undgeordnet nebeneinanderstehen, ergeben sich ähnliche prinzipielle Proble-me, ergeben sich Fragen, die mit Hilfe der Daten und Fakten des betreffen-den Gegenstandsbereichs nicht zu beantworten sind- und dies sind diewesentlichen Fragen."

Die inzwischen in der deutschsprachigen Volkskunde etablierte Kanon-kritik führte bei dem ersten internationalen Treffen der IVB- Mitarbeiter1990 in Lilienthal zu einer engagierten Diskussion, in der in großem Maßedie Kolleginnen und Kollegen aus der damaligen Bundesrepublik das Sagenhatten. Dies ist insofern auch verständlich, da deutschsprachige Diskutanten,, ihre" Bibliographie gestalten wollten, denn- wie bekannt und verschie-dentlich dargestellt- entwickelte sich die IVB aus der von deutschen unddeutschsprachigen Kollegen redigierten, Volkskundlichen Bibliographie❝².Wir ,, Deutschen" haben keine nationale volkskundliche Bibliographie mehr.Im Gegensatz zu anderen Ländern, wie wir später erfahren werden.

Das Vorbereitungsteam unserer zweiten Tagung, nämlich Eva Kausel,Klaus Beitl und ich- und hier danke ich den Wienern für die großartigeUnterstützung, nicht erst seit der Einladung und Planung des Treffens inNeusiedl; auch die Lilienthaler Tagung hätte ohne unterstützenden Gedan-kenaustausch mit dem Institut für Gegenwartsvolkskunde nicht stattfin-den können. Dieses Team war sehr rasch der Meinung, daß eine praktischeDarstellung der inzwischen in Bremen durchgeführten bibliographischenErfassungsarbeit und der dabei eingetretenen Neuerungen an den Beginnunserer Tagung plaziert werden solle, wobei ich darzustellen versuchenwerde, daß Kanonkritik und theoretische Diskussion nicht gradlinig dieinhaltliche Gliederung der IVB beeinflussen können, daß andererseits aberselbstverständlich die IVB auf neue Entwicklungen unseres Faches reagie-ren muß. Ich werde diese angestrebte Flexibilität und Exaktheit bei derInhaltserschließung der IVB anhand dreier Kriterien transparent zu machenversuchen:

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2 Rainer Alsheimer: Die Internationale Volkskundliche Bibliographie( IVB). Vor-trag anläßlich des 4. SIEF- Kongresses in Bergen( Norwegen). In: Zeitschrift fürVolkskunde 86, 1990, 244- 250; Ders.: Die Internationale VolkskundlicheBibliographie( IVB) auf dem Wege zur Institutionalisierung. In: EthnologiaEuropaea 19, 1989, 203- 205. Innerhalb dieser beiden Aufsätze finden sichHinweise auf Titel meiner verehrten Vorgänger: James R. Dow( 1987), Rolf W.Brednich( 1977/78), Robert Wildhaber( 1960 und 1965).