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Daher heißt der Beifuß auch ,, Bügler" oder„ ,, Sonnwend-gürtler", das Antirrhinum ,, Stärkekraut". Am Halse( Goller)trug man Achillea( ,, Gollenkraut"), Paeonia( ,, Gollenrose");um die Lende Alchemilla(„ Lendenwurz"), Rumex( ,, Lenden-kraut",„ Lendenwurz" cf. auch Diosc. II, 140).
Beifuß, Stabwurzbeifuß( Artemisia abrotanon) istdas vorzüglichste Frauenschloßkraut s. Absch. VI.
Hanfartiger Wasserdost( Eupatorium cannabinum)wird im Elsaß ,, Schloßkraut" genannt, von allen Botanikernaber„ Kunigundenkraut"; die heilige Kunigunde ist wieMargarete eine Patronin der Gebärenden. Andere alte
Namen sind„ Mannsliebe",„ Mannskraft".
Sumpfweidenröschen( Epilobium palustre) ist ein
Schloßkraut in Württemberg.
Gemeiner Wundklee( Anthyllis vulneraria) wirdin Graubünden„ Frauenschlößli" genannt, andere Namensind„ Berufkraut"," Wundkraut"," Wundwurz".
Krötenkräuter.
Die Kröte ist ursprünglich wie die Maus, Schlangeusw. ein Seelentier im deutschen Volksglauben. Sie wirdzum Alb oder Elben und wirkt als„ Krottenalp" auf dieGebärmutter des Menschenweibes Glossar ::: zum Glossareintrag Menschenweibes ein, erzeugt„ verkrottete"Kinder( Mißgeburten). So wird die Kröte( ,, Krottin",„ Höp-pin") zum Symbol der krankhaften Gebärmutter, in derdas albische Wesen, der Krottenalp, lebt. Solche an derKrottin leidende Frauen opferten nun Bilder der Kröteaus Wachs oder Eisen, wandten Krötensegen an, aẞenKrötengebäck oder gebrauchten„ Krötenkräuter". Einigeder bekannteren mögen hier genannt sein.
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Bruchkraut( Herniaria glabra) heißt in Ostpreußen,, Krötengras"; andere Namen, die auf seine sexuelle Ver-wendung hinweisen sind„ Jungferngras“,„ Jungferntrost Glossar ::: zum Glossareintrag Jungferntrost",,, Harnkraut".
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