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von der häufigen Verwendung dieser Pflanze:„ Bärendill"( Schlesien),, Bärenfenchel"," Beerenfenchel",„ Bärmutter-wurz" ,,, Gebärwurz",„ Berenkrud",„ Bernkrut",„ Berwurt",,, Mutterwurz"," Mutterwurzel". Schon Dioscurides( I, 26)empfiehlt die Wurzeln gegen hysterische Zustände. Abge-kocht befördern sie in Sitzbädern die Menstruation.
Bärenfenchel, roter,( Meum mutelina), der Bär-wurz verwandt, heißt„ Bärwurz",„ Beerwurz",„ Bernkraut"in Tirol, in Siebenbürgen ,, Bierwurzel", sonst auch ,, Mutter-na",„ Muttern",„ Mortun"," Mortaun": neben anderen ähn-lich verderbten Namen aus ,, Mutterkraut".
Haarstang( Peucedanum officinale) wird mnd. ,, Beeren-crut"," Bärfenchel"( Nemnich) auch„ Berwurz" genannt.Schon Dioscurides( III, 82) empfiehlt den scharfen Geruchseines Saftes bei Mutterkrämpfen; im Trank eingenommenöffnet er die Gebärmutter und hilft vorzüglich bei schwerenGeburten.
Küchenschelle( Anemone pulsatilla) heißt ,, Bären-blume"," Bärblume", auch„ Mutterkraut",„ Mutterblume".Löwenschwanz( Leonurus cardiaca), das berühmteHerzkraut des Mittelalters, heißt Beerenkraut" und", WildMutterkraut", da es zur Linderung von Mutterkrämpfenverwendet wurde.
Steinklee( Melilotus officinalis) heißt in Schlesien" Bärklee" oder„ Bärsteinklee". Schon Dioscurides( III, 41)empfiehlt ihn, bei Geschwülsten der Gebärmutter, der Hoden,des Afters aufzulegen.
Tollkirsche( Atropa belladonna) wird ,, Bärenwurz",,, Bärmutz" wegen der Verwendung als Abtreibemittel be-nannt s. Absch. VIII, Abtreibemittel".
Jungfern-, Mägde-, Frauen-, Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber-, Mutterkräuter.
Eine kurze Aufzählung der Kräuter, die vom Volkeausdrücklich mit einem oder mehreren der fünf Namenbelegt worden sind.
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