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II. Technik und Zeremoniell des Tatauierens.
Haut und erhält sie durch öfteres Abwischen frisch blutend.In diese Wunden wird mit dem Finger oder mit einem Stäbchenein anderer Ruß eingerieben, den man sich also herstellt: Daszerbröckelte Harz des Galipbaumes wird ins Feuer geworfenund verbrennt mit einem stark aromatischen Rauche. Über dasqualmende Harz deckt man einen flachen, mit Speichel befeuch-teten Stein, und der Rauch, durch eine über den Herd ge-deckte Blätterhaube am Entweichen verhindert, schlägt sich alsdicker schwarzer Ruß auf dem nassen Steine nieder wie Lampen-ruẞ auf einem Zylinder."
Zu keiner sehr weiten Verbreitung hat es die sogenannteNähtatauierung oder das Durchnähen der Haut gebracht. MitRuß geschwärzte Fäden werden in die Haut eingestochen unddurchgezogen, bisweilen auch die Haut mit einem Messer bisauf den Faden durchgeritzt, wodurch der Stichtatauierung sehrähnliche Zeichnungen entstehen. Joest sah dieses Verfahrenbei Natalkaffern, Waitz bei asiatischen Hyperboreern( Tungusen,Yakuten und Ostjaken), ferner bei Eskimofrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Eskimofrauen. Nach Hearnehuldigen noch die Indianer Glossar ::: zum Glossareintrag Indianer im Mississippigebiet dieser merk-würdigen Sitte( Abb. 21).
Wo das Tatauieren wichtige Lebensabschnitte markiert, wiez. B. auf den Samoa- und Marshallinseln, sind eigentlicheFestlichkeiten und ein ganzes Zeremoniell damit verbunden.Die Mannbarkeitstatauierungen auf diesen Inseln, wie sie be-sonders eingehend von Krämer beschrieben wurden, gehennach ganz bestimmtem Schema vor sich und sind mit Tänzen,Festessen, Tatauiergesängen, Keulenwettspielen, Verteilung vonMatten verbunden.„ Während nun der zu Operierende“, schreibtKrämer,„ mit erhöhtem Becken auf dem Leibe liegt und einGehilfe die Haut spannt, reicht ein anderer dem Meister einin den mit Wasser angerührten Ruß eingetauchtes Instrument,welches dieser in die Linke nimmt, während seine Rechte denSchlegel führt. Er hält nun die Zähne des Instruments dichtüber die Haut an der Stelle, wo eingeschlagen werden soll, undgibt dann mit dem Schlegel einen kurzen, aber kräftigen Schlagauf das Instrument. Ein dritter der Gehilfen steht nun schonbereit mit einem reinen weißen Rindenzeugläppchen und trocknetdas Blut ab, damit der Meister das zweite eingetauchte Instru-ment dicht neben der ersten Schlagstelle eintreiben kann; jedichter, desto dunkler glänzend, desto schöner. Je besser assi-