Vorwort.
Die vorliegende Arbeit ist aus der medizinischen Praxisherausgewachsen, die mich öfters vor die Aufgabe stellte,Tatauierungen zu entfernen. So entstanden vorerst die zweiKapitel über Enttatauierung und die gerichtlich- medizinischeBedeutung der Tatauierungen, die gesondert in der Schweize-rischen medizinischen Wochenschrift erschienen. Das Themagewann bald an Breite und Tiefe durch das Studium derpsychologischen Seite, die unmittelbar in den ethnographischenBereich hinüberführte. Die anderen Kapitel rundeten dasGanze zu einer geschlossenen Monographie ab, wie sie bisherin der Literatur nie versucht wurde. Ich hoffe, daß durchdiese Zusammenfassung die einzelnen Kapitel eine gegenseitigeBereicherung erfahren haben, denn sie greifen vielfach in-einander ein. Dem Ethnographen kann z. B. die Übertragungs-möglichkeit der Syphilis durch Tatauierung nicht gleichgültigsein, und dem Arzt, der europäische Tatauierungen und derenPsychologie studiert, werfen die Sitten der Südseeinsulanermanch helles Licht herüber.
Es ist mir eine angenehme Pflicht, hier Herrn Prof.Dr. Otto Schlaginhaufen in Zürich für die gütige Über-mittlung reicher ethnographischer Literatur und der Über-lassung seiner Notizen und photographischen Aufnahmen vonden Feni- Inseln zur Publikation, und Herrn Prof. Dr. OttoBusse(+) in Zürich für die Überlassung von Photographientatauierter Hautstücke( Abb. 26 und 28) meinen Dank auszu-sprechen. Auch denjenigen Verlagsanstalten, die den Abdruckvon Abbildungen aus schon erschienenen Werken gestatteten,bin ich zu bestem Dank verpflichtet.( Siehe Verzeichnis derAbbildungen.)