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Das Tatauieren : eine monographische Darstellung vom psychologischen, ethnologischen, medizinischen, gerichtlich-medizinischen, biologischen, histologischen und therapeutischen Standpunkt aus
Entstehung
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II. Technik und Zeremoniell des Tatauierens.

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Hautfalte wurde losgelassen und hierauf eine andere in gleicherWeise behandelt. Bevor der Verkehr mit dem Europäer dieEingeborenen in den Besitz von Flaschenglas brachte, wurdenzum Einschneiden Scherben von Muschelschalen verwendet;dabei wurde die Kaimuschel* bevorzugt."( Abb. 15, 16 und 17.)Bei den meisten primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Völkern werden immerhinschon spezielle Tatauierinstrumente benutzt: feine Stäbchenaus hartem Holz, Dornen, Kakteenstacheln, Tierzähne, Fisch-gräte, Knochen von erschlagenen Feinden oder Tieren, Mu-scheln, die gezähnt und zugespitzt sind und mit einem Klöppel-schlag in die Haut eingetrieben werden. Cook schildert dasVerfahren auf Tahiti mit folgenden Worten: Sie stechen dieHaut so tief sie können, ohne derselben Blut zu entziehen, miteinem kleinen Instrument, das die Gestalt einer Hacke hat.Der Teil, der der Klinge entspricht, besteht aus einem Knochenoder aus einer Muschel, die zahnartig zugespitzt sind....Wollen sie sich derselben bedienen, so tauchen sie die Zähnein eine Art von Pulver aus dem Ruß des Öls der Nüsse, diesie statt der Kerzen verbrennen und der im Wasser aufgelöstist. Der so vorbereitete Zahn wird auf die Haut gesetzt, undindem sie mit leichten Schlägen auf den Stiel, der die Schneideträgt, mit einem Stocke schlagen, durchbohren sie die Haut unddrucken die schwarze Farbe, die einen unauslöschlichen Fleckdarin zurückläßt, in das Loch. Die Operation ist schmerzhaft,und es vergehen einige Tage, bevor die Wunden geheilt sind❝( Abb. 18, 19 und 20).

Dunkelfarbige Völker, auf deren Haut sich die Tatauier-farbe nicht kräftig genug abhebt, rufen durch mehrmaliges Ritzenund Schneiden der Haut ausgedehnte Narben- und Keloidbildunghervor und setzen die Tatauierung dann auf diese Ziernarben.Der typische Vorgang bei den Eingeborenen auf Neumecklen-burg ist nach der Schilderung von Stephan und Graebnerder folgende: Auf einem flachen Steine wird etwas Holzaschezerbröckelt und mit Wasser zu einem Brei verrieben. In diesentaucht man ein beliebiges Holzstäbchen und zeichnet damit dieMuster aufs Gesicht. Senkrecht zu den Linien des Mustersritzt man mit einer Glasscherbe( früher mit einer Muschel odereinem spitzen Steine) seichte Wunden von ½ cm Länge in die

* Asaphis rugosa L.