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Das Tatauieren : eine monographische Darstellung vom psychologischen, ethnologischen, medizinischen, gerichtlich-medizinischen, biologischen, histologischen und therapeutischen Standpunkt aus
Entstehung
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I. Entstehung und Psychologie des Tatauierens.

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1. Tatauierung als Verschönerungsmittel zur Anziehungdes anderen Geschlechts.

Hier stehen wir ohne Zweifel an der eigentlichen Wurzeldieser Sitte, wie schon ihre Entwicklung aus der Hautbemalungnahelegt. Wenn Joest recht hat mit seiner Bemerkung, daßder Mensch sich früher schminkte als er sich wusch, so wirduns glaubhaft, welche Beliebtheit das Tatauieren als Schmuckerlangen konnte. Wenn auch bei uns Schminken noch alsVerschönerungsmittel geübt wird und seine Wirkung offensicht-lich entfaltet, so darf es uns nicht wundern, wenn beim primi-tiven Glossar ::: zum Glossareintrag tiven Menschen die tatauierte Haut dem andern Geschlechtgefällt. Die Zeichnung wirkt hier in gleichem Sinne wie sovielfach die bunten Farben in der Natur. Es ist das Verdienstvon Joest und seiner Mitarbeiter, in überzeugender Weise nach-gewiesen zu haben, daß Tatauieren bei allen Völkern in aller-erster Linie Verschönerungszwecke verfolgt und in diesemSinne auch auf das andere Geschlecht wirkt. Als Zeugnisseseien nur die folgenden angeführt: Die Figuren auf dem Hinter-backen befriedigen ihre Eitelkeit, Männer und Frauen zeigendieselben mit einem Gemisch von Prahlerei und Vergnügen"( Bougainville über die Tahitierinnen). Ein Caroliner beant-wortete die Frage, wozu das Tatauieren da sei: Es hat denZweck, den eure Kleider haben, nämlich den Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibern zu ge-fallen"( Waitz). Die Männer tatauieren sich, um den Frauenzu gefallen", sagt Riedel über die Kei- Inseln, und Bock äußertsich in ähnlicher Weise: Wie die Dajakmädchen sich tatau-ieren, um den jungen Männern zu gefallen, so lassen es dieLaos mit sich tun der Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber wegen." Über die Marshallinselnäußert sich wohl der beste Kenner, Krämer, in folgenderWeise: Der Jüngling tritt nicht durch die Operation in nähereBeziehung zu den Göttern, nicht geweiht wird er, sondern erwird durch den Farben-, den Ritterschlag ein Mann und dieWeiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber finden Gefallen an ihm. Das ist das große Geheim-nis, das über dem ganzen Stillen Ozean schwebt." Sogar vonden polaren Völkern sind gleiche Gedankengänge bekannt. Vonden Grönländern berichtet Cranz z. B.: Diese ziemlichschmerzhafte Operation verrichtet die Mutter an der Tochterschon in der Kindheit, aus Furcht, sie möchte sonst keinenMann kriegen."