Heft 
55 (2020) 1
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Ein musealer Selbstfindungsprozess. Foto: Viktor Brázdil

Wir denken Museum und machenein institutionelles Zwischenjahr

Das Museum erforscht sich selbst: 2020nehmen wir uns Zeit zum Diskutierenüber das Sammeln und Sammlungen im21. Jahrhundert, über ein Museum derZukunft und zum Ausprobieren neuerFormate. Wir fragen nach materiellen undimmateriellen Ressourcen und wie diese- etwa in thematischen wie methodischenNeuorientierungen- am besten eingesetztwerden können.

Welche Rollen spielen Sammlungenüberhaupt? Der Bildungsauftrag der Museeneinerseits und die stark eingeschränktenRessourcen qualitativer Sammlungsentwick-lung andererseits stellen die Frage nachder Verteilung und Ausrichtung vonBudgets. Hier sind die Eigentümerlnnengefragt. Das sind wir alle als Gesellschaft.

Wir möchten über Sammlungen Bezie-hungsarbeit leisten. Diese Beziehungs-arbeit mit den NutzerInnen ermöglichtwechselseitige Lernprozesse und gibt unsdie Chance, Sammlungen als Gemeingutzu verstehen. Damit verbunden sind kultur-politische Botschaften, die auf der Ebeneder Museen wirksam werden sollen.

Das setzt wiederum veränderte Orga-nisationsstrukturen in Museen voraus, indenen Wissen verhandelt werden kann,wo Experimente scheitern dürfen, woVielstimmigkeit und kritisches PotenzialAuswirkungen auf Arbeitsprozesse undSammlungen haben. Um Beziehungen nachaußen zu schaffen, müssen wir im Innereneine Sphäre des Lernens, Kreierens unddes Diskutierens schaffen. So entstehenvon außen nachvollziehbare Orte desAustausches. Die zentrale Frage lautet2020: Wie wollen wir denken und arbeiten?

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