Festmusik und Hirteninstrumente
Tafelmusik
In den Weihnachtskrippen finden sich zahlreiche Bezüge zurMusik. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert die Hoch-zeit zu Kana aus der Rinner- Krippe. Hier sehen wir auf zweiPlattformen des Palastes zwei Musikgruppen das Festmahlmusikalisch untermalen. Es handelt sich um eine klassische Ta-felmusik, wie sie in der Barockzeit üblich war. Ihre Besetzungbesteht aus Harfe, Schalmei, Hörnern, Oboe, und Pauken. MitTafelmusik meinte man sowohl die Musiker wie die dargebo-tene Musik. Möglicherweise intonieren unsere Musikantenaus der Partitur, die auf der Brüstung liegt, gerade das„ Musi-kalische Tafelkonfekt" oder die„ Musikalische Tafelbedienung".Einen Höhepunkt höfischer Tafelmusik lieferte Georg PhilippTelemann, der 1733 unter dem Begriff„ Tafelmusik“ eine Samm-
lung von Instrumentalwerken vorlegte. Bei ihm kommen Flöte,Oboe, Fagott, manchmal die Trompete, auf alle Fälle die Violineund der Contrabass, der als basso continuo in der Barockmusikeine wichtige Rolle spielte, zum Einsatz. Diese Art von höfischerUnterhaltungsmusik bezeichnete man in der zweiten Hälfte des18. Jahrhunderts als Divertimento. Auf etwas satirische Weiseerscheinen die Mitglieder einer solchen Tafelmusik auf einersteirischen Musikantentafel abgebildet. Ihre Aufmachung undihre Instrumentalisierung dürften im 19. Jahrhundert nichtmehr ganz zeitgemäß gewesen sein. Bei Banketten und Hoch-zeiten begannen die Streichinstrumente zu dominieren, jeden-falls trifft das auf die sogenannten„ Suppentänze“ zu, die beiHochzeiten im Salzkammergut zu hören waren.
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Tafelmusik aus der Hochzeit zu Kana,Rinner- Krippe