Tischkultur
Krippen entsprechen dem sozialen Milieu in dem sie zur Auf-stellung gelangen. Sie widerspiegeln die Kultur der Besitzerwie auch die der Region. Sehr deutlich wird das bei den festlichgedeckten Tischen der Hochzeit zu Kana. Sie werden zu einerQuelle für die Tischkultur. Generalisierend lässt sich sagen,dass das Tafelgeschirr des Adels im 17. Jahrhundert aus Zinnbestand. Es umfasste runde Teller, Vorlageplatten, Terrinen,Salzbehälter, Humpen und Becher. In der Barockzeit erobertedas Zinn auch die städtischen Haushalte, während beim Adelfeinstes Porzellan und Silber Einzug hielt. Auf der bürger-lichen Tafel wurde das Porzellan durch Gedecke aus Steingutund Fayence ersetzt. Typisch waren die Terrinen. Den bäuer-lichen Tisch deckten Utensilien aus Holz: runde Platten, einegedrechselte Schüssel samt Schöpfer, Becher und Salzfass.Interessent ist der Wandel beim Besteck. Charakteristischfür die vorbarocke Zeit sind das spitze Messer und die zwei-
zinkige Gabel, die noch im Mittelalter als Teufelswerkzeugverpönt war. Der kurzstielige Löffel mit runder Laffe gehörtebenfalls der vorbarocken Zeit an, war im bäuerlichen Be-reich aber noch im 18. Jahrhundert im Gebrauch. Hier wardas Besteck weitgehend persönlicher Besitz, den man in le-dernen Scheiden im Hosensack bei sich trug. Die Tafelkulturder Barock- und Rokokozeit brachte einen völlig neuen Stil. Abnun bestand das silberne vielteilige Tafelbesteck, das nun vonden Gastgebern bereit gestellt wurde, aus Messern mit rund-er Klinge, Löffeln mit ovaler Laffe und dreizinkigen Gabeln.Dazu kam noch das entsprechende Besteck für Vorspeisen,für Fisch, Käse und Dessert. Es heißt übrigens, dass die run-den Messer eine Erfindung von Kardinal Richelieu seien, derdamit das Stochern in den Zähnen unterbinden wollte. DieVerwendung des mehrteiligen Bestecks verweist jedenfalls auffranzösischen Einfluss.
Tischgebet der heiligen FamilieÖlbild auf Leinwand.
Die heilige Familie beim Essen.
Der heilige Josef und das Jesuskindhaben die Hände zum Gebet gefaltet,die heilige Maria bringt das Essen.Monogrammiert und datiert„ MW 1809"Alpenländisch; datiert 1809
ÖMV/ 78.362