Die Hohenlohe- Krippe kann aber noch mit einer weiteren in-teressanten und wohl einzigartigen Besonderheit aufwarten.Sie steht nämlich auf einem Unterkasten, in dem zusätzlicheinzelne Szenen des Weihnachtsevangeliums untergebrachtsind und bei Bedarf hervorgeholt werden können. Die etwa 4cm hohen Figuren sind vermutlich nachträglich auf Brettchenfixiert worden, denn da findet man auf einem Brettchen Ma-ria und Joseph mit Hirten aus der Anbetungsszene, dazu dieFlucht nach Ägypten und einen schlafenden Hirten aus derVerkündigung. Die Verkündigung wird jedoch auf einem wei-teren Brettchen dargestellt, auf dem die Hirten um das Feuersitzen, liegen und stehen. Sogar ein Vogelfänger ist dabei. Einedritte Szene zeigt zwölffach den Kindermord. Auf der Szenemit dem zwölfjährigen„ Jesus unter die[ sic] Schriftgelehrten",wie die Bleistifteintragung auf der Unterseite lautet, sieht manauch den sogenannten„ Heiligen Wandel", Maria und Josephmit dem Jesusknaben in der Mitte, verkörpert. Einblick in das
Alltagsleben liefert die Platte mit Szenen aus dem Haus Naza-reth. Da werkt Joseph an der Hobelbank, Jesus kehrt die Spä-ne zusammen, auf einem Tisch steht ein Spinnrad und Mariaetwas abseits davon. Interessant auch die anderen Figuren:ein Holzhacker, der Träger mit Kraxe und zwei Radlbockfah-rer. Unbestreitbaren Höhepunkt bildet jedoch die Hochzeit zuKana. Dafür gibt es einen eigenen kleinen Palast, in dessenMitte sich der reich gedeckte Tisch mit der Hochzeitsgesell-schaft befindet. Davor stehen die sechs leeren Krüge. Linksversuchen Mundschenke im Keller den letzten Tropfen Weinaus den Fässern zu bekommen. Die rechte Seite gibt den Blickauf die Küche frei. Hier schwenkt die Köchin eine Pfanne überdem offenen Feuer des Herdes. Im Vordergrund zerteilt derFleischhauer ein Stück Rinderschlegel. Alles zusammen ergibtein pralles Bild eines Festes.
Die Hohenlohe- Krippe darf jedenfalls mit Fug und Recht alsein Gesamtkunstwerk angesehen werden.
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Hochzeit zu Kana