besonders in die Volkskunst der mit Österreich in einer langen Ge-schichte schicksalhaft verbundenen ost- und südosteuropäischen Völ-ker. Darüber hinaus soll eine möglichst lebhafte Abfolge von Sonder-ausstellungen, die aus den beträchtlichen Eigenreserven des Mu-seums geschöpft werden können, immer wieder aber auch fremde Kol-lektionen öffentlicher und privater Hand vorzeigen, den Reichtum dervolkstümlichen Überlieferung dieser Länder und die Mannigfaltigkeit ih-rer sammlerischen Dokumentation und wissenschaftlichen Durchdrin-gung sichtbar machen.
Auf dem Rundgang durch die gegenwärtige Schausammlung des eth-nographischen Museums Schloß Kittsee gelangt der Besucher im Ober-geschoß zuletzt in den vor dem Großen Festsaal gelegenen KleinenFestsaal oder auch Jagd- Saal weil ein barockes Stuckornament mitder Darstellung einer Hirschjagd seine Decke ziert, in welchem dieVolkskunst der südslawischen Völker dargestellt ist, u. a. mit einer Aus-wahl von Beispielen der textilen Volkskunst und des volkstümlichenSchmuckes der in Jugoslawien zusammenlebenden ethnischen Grup-pen und der Bulgaren. Die dort ausgestellten Proben bulgarischerVolkskunst sind der nicht sehr großen, für die Gebiete des Volks-schmuckes und der trachtlichen und textilen volkstümlichen Sachgüteraber durchaus repräsentativen Bulgarien- Sammlung des Österreichi-schen Museums für Volkskunde entnommen, deren Reihen bemerkens-werterweise schon Michael Haberlandt, dem Begründer der wis-senschaftlichen Volkskunde in Österreich und des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde in Wien, als quellenmäßige Grundlage für sei-nen frühen vergleichenden Überblick über die bulgarische Volkskundegedient haben¹. Neben den älteren ethnographischen Beschreibungendes bulgarischen Volkes in der österreichischen und deutschen Fachli-teratur, vor allem von Felix Kanitz und von Georg Buschan², istdiese im engeren Sinn volkskundliche Darstellung der„, Bulgaren" vonMichael Haberlandt lange Zeit das einzige Referenzwerk in deutscherSprache geblieben³. Erst mehr als vierzig Jahre später ist die deutscheAusgabe der großen beschreibenden Monographie der traditionellenFormen der Lebensweise und Kultur der Bulgaren von Christo Vaka-1) Österreichisches Museum für Volkskunde in Wien, Inv.Nr. 25.710 bis 25.743:Sammlung M. Isakoff, Sofia( 1910), und Inv.Nr. 51.407-51.481 Nh: SammlungCarl Peez( 1894).
2) Felix Kanitz, Donau- Bulgaren und der Balkan. Historisch- geographisch-ethnographische Reisestudien aus den Jahren 1860-1879. 3 Bände. 2. Aufla-ge, Leipzig 1882. Georg Buschan, Die Bulgaren. Herkunft und Ge-schichte, Eigenschaften, Volksglaube, Sitten und Gebräuche. Stuttgart 1917.3) Michael Haberlandt, Europa. Die indogermanischen Völker. In: GeorgBuschan, Illustrierte Völkerkunde, Band II, 2. Teil. Stuttgart 1926, S.103-112( Die Bulgaren).- Arthur Haberlandt, Volkskunst der Balkan-länder. Wien 1918.
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