Grußworte
Die Ausstellung ,, Bulgarische Volkskunst aus der Sammlung des Eth-nographischen Museums Plovdiv", die aus Anlaß des heurigen Jubi-läums ,, 1300 Jahre Bulgarischer Staat" im Ethnographischen MuseumSchloß Kittsee gezeigt wird, ist in mehrfacher Hinsicht beachtenswert.Zum Ersten ist sie ein weiterer Markstein im Bemühen dieser Institu-tion, ein kulturelles Fenster nach dem Osten Europas zu bilden und denBesuchern die reichen Kulturen dieses Raumes nahezubringen. ZumZweiten bedeutet die wissenschaftliche Befassung mit bulgarischerVolkskunst ein Wiederaufgreifen ältester und bester Traditionen derösterreichischen Volkskunde, war doch Michael Haberlandt, Begründerdes Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, auch einer derersten Wissenschaftler, der sich in seinen grundlegenden und bis heutegültigen Arbeiten über die Volkskunst der Balkanländer eingehend auchmit den Erscheinungen der bulgarischen Volkskultur beschäftigt hat.Zum Dritten ist Österreich mit Bulgarien nicht nur durch die Donau, denSchicksalsstrom Europas, sondern auch durch zahlreiche historischeGemeinsamkeiten verbunden, und diese Ausstellung mag daran erin-nern, wie sich ein tapferes Volk gerade durch das Festhalten an seinerüberlieferten Kultur trotz jahrhundertelanger Unterdrückung seineEigenart und Eigenständigkeit bewahren konnte. So reiht sich die Aus-stellung ,, Bulgarische Volkskunst" in die große Zahl begrüßenswerterBemühungen ein, unseren Menschen Einblick in die Kulturen andererVölker zu geben und stellt eine erfreuliche Bereicherung des wahrlichnicht armen Kulturangebotes in Österreich dar.
Ich wünsche dieser wahrhaft völkerverbindenden Ausstellung die ver-diente Resonanz beim Publikum.
DDr. HERTHA FIRNBERGBundesminister für Wissenschaftund Forschung