Vorwort
Das Ethnographische Museum Schloß Kittsee mit seinen Sammlun-gen zur Volkskunde der ost- und südosteuropäischen Länder verfügtseit Mitte des Jahres über vier zusätzliche Ausstellungsräume, drei ge-räumige Säle und ein weiteres Zimmer, im Obergeschoß des ostseitigenGebäudetraktes. Gleichzeitig konnte im Erdgeschoß die ehemaligeSchloßdurchfahrt hinter dem Vestibül, in die zuletzt eine Kapelle mitneubarocker Stuckdekoration eingebaut worden war, gründlich saniertund für Museumszwecke zu einem ansehnlichen Empfangs- und Ver-kaufsraum ausgestaltet werden, durch welchen der Besucher das Mu-seum fortan betreten wird. Die im Jahre 1969 vom Bundesdenkmalamteingeleitete und vom Bundesministerium für Wissenschaft und For-schung und vom Kulturamt der Burgenländischen Landesregierung zugleichen Teilen finanzierte bauliche und ausstattungsmäßige Wieder-herstellung des in den Nachkriegsjahren erbärmlich devastierten soge-nannten Neuen Schlosses in Kittsee steht damit unmittelbar vor ihremAbschluß. Das bedeutet, daß das Gebäude, welches in seinem Kern aufeinen Anfang des 17. Jahrhunderts erbauten Meierhof zurückgeht, der1668 unter dem damaligen Herrn Johann Listy eine Erweiterung zu derheutigen hufeisenförmigen Schloßanlage erfuhr und später, 1730 bis1740, vom Inhaber Fürst Paul Anton Esterházy im Geschmack des Ba-rocks umgebaut und noch einmal zu Beginn unseres Jahrhunderts vonseinem Besitzer aus der fürstlichen Familie Batthyány- Strattmann mithistorisierend- neubarocken Bau- und Ausstattungselementen versehenwurde, in allernächster Zeit dem Ethnographischen Museum SchloßKittsee vollends für seine Tätigkeit im musealen, wissenschaftlichen,volksbildnerischen und allgemein kulturellen Bereich zur Verfügung ste-hen wird.
Als am 11. Juli 1971 der Verein Ethnographisches Museum SchloßKittsee ins Leben gerufen wurde und ein Jahr später am 11. Mai 1972das Ethnographische Museum Schloß Kittsee auf der Grundlage der au-Berhalb der Länder Ost- und Südosteuropas einzigartigen Sammlungdes Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien von ungefähr25.000 volkskundlichen Gegenständen aus diesen österreichischenNachbarstaaten sowie unter Mithilfe des staatlichen Wiener Museumsfür Völkerkunde und des Österreichischen Museums für angewandteKunst entstand, war mit dieser neuen Museumseinheit der Bundesmu-seen im nördlichsten Landesteil des Burgenlandes unmittelbar nebender Staatsgrenze gewissermaßen ein ,, Fenster nach dem Osten und Süd-osten" aufgetan worden. Die ständige Schausammlung des Ethnogra-phischen Museums Schloß Kittsee vermittelt seither einen querschnitt-artigen Einblick in die mannigfaltige und vielschichtige Volkskultur und
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