24 Helga Windhager, Die Kinder-und Frauenarbeit in denFabriken Österreichs, Haus-arbeit aus Geschichte, Wien1976, S. 70 f.
25 Österreichischer Frauenbe-richt 1975, a.a.O., Heft 4,S. 119, Tabelle 58.
26 Österreichischer Frauenbe-richt 1985, a.a.O., Heft 8,S. 17.
27 Österreichischer Familienbe-richt 1999, a.a.O., S. 100.
dert im Falle Wiens eine deutliche Präsenz verheirateter Frauen inder Landwirtschaft( ca. 52% aller berufstätigen Frauen) in der> Industrie der Steine und Erden ‹( ca. 53%), im Bergbau- und Hütten-wesen( 41,2%) und in der Metallverarbeitung( ca. 32%). Vergleichs-weise hoch war auch der Anteil verwitweter Frauen in der Indus-trie, er reichte von etwa 6-10% im Schnitt bis zu über 12% undmehr in bestimmten Branchen( Industrie der Steine und Erden, Tex-til- und Bekleidungsindustrie zwischen 12 und 13%, Baugewerbeüber 16%). 23 Es ist davon auszugehen, daß die überwiegende Mehr-heit dieser Frauen, aber auch ein Teil der ledigen Arbeiterinnen Kin-der hatte, wenn man sich an den sicher vergleichbaren Ergebnissender deutschen Gewerbeaufsicht orientiert, die für das Jahr 1899eine 65%-Anteil von erwerbstätigen Frauen mit Kindern ermittelte.24Die Quote der verheirateten Frauen in der Industrie( im Schnittdreißig Prozent aller Frauen) spiegelt den» Normalverlauf<< weib-licher Erwerbsbiographien dieser Zeit: Frauen mit Kindern bzw. abeinem Alter von etwa 35 Jahren- von da ab galten Arbeiterinnen als>> alt<< wechselten mit der Zeit notgedrungen von der Industrie inandere Beschäftigungsformen, vor allem Beschäftigungsverhält-nisse der Heimarbeit.
Exaktere Aufschlüsse sind erst mit der Volkszählung des Jahres1961 möglich. Unmittelbar mit heute vergleichbar sind allerdingsauch diese Angaben nicht, da für 1961 und 1971 nur die Erwerbs-quote der verheirateten Mütter mit Kindern unter 14 Jahrenunmittelbar ausgewiesen ist, sie betrug 1961 rund 42%, 1971 rund40%( bezieht man die Quote auf Kinder aller Altersstufen, so erhöhtsich der Anteil 1971 auf ca. 44%). 25 Im Jahr 1983 war ungefähr dieHälfte aller Mütter( von den verheirateten waren es rund 46%)berufstätig- oder umgekehrt, hatten fast 55% aller berufstätigenFrauen Kinder. 26 Wie stark die Müttererwerbstätigkeit namentlichin den letzten Jahren zugenommen hat, illustrierten die Erwerbs-quoten für die Jahre 1986( 62%), 1991( 62%) und 1997( 69,4%).Bemerkenswert dabei ist vor allem die Verschiebung der Erwerbsin-tensität in Hinblick auf die abgeschlossene Ausbildungs- undBerufsqualifikation: bei Müttern mit Pflichtschulabschluẞ sank sievon 72%( 1986) auf 58%( 1987), bei Müttern mit absolvierter mittle-rer Schulbildung stieg sie dagegen von 58 auf 72% und bei jenen mithöherer Schulbildung von 55 auf 72%, bei Müttern mit Hochschul-abschluẞ blieb sie etwa gleich. 27 Das bedeutet somit, daß dieBerufstätigkeit von Frauen generell immer stärker auf Dauer ange-legt ist und zwar auch bei Vorhandensein von Kindern, mit höheremAusbildungsniveau aber tendentiell noch stärker zunimmt.
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