5 Evelyne Sullerot, Die emanzi-pierte Sklavin. Geschichteund Soziologie der Frauenar-beit, Wien/ Köln/ Graz 1972,S. 101.
6 Alle Daten des Abschnitteszusammengestellt bzw.berechnet aus:
- Bericht über die soziale Lage,Arbeitsmarkt- Einkommen-Sozialversicherung- Sozial-ausgaben, Datenband, hg. v.Bundesministerium fürArbeit und Soziales, Wien1996;
- Bericht über die Situationder Frauen in Österreich.Österreichischer Frauenbe-richt 1975, hg.v. Bundeskanz-leramt, Wien 1975, Heft 4;- Bericht über die Situationder Frauen in Österreich.Österreichischer Frauenbe-richt 1985, hg. v. Staatssekre-tariat für allgemeine Frauen-fragen im Bundeskanzleramt,Wien 1985, Heft 3;
- Bericht über die Situationder Frauen in Österreich.Österreichischer Frauenbe-richt 1995, hg.v. Bundesmi-nisterium für Frauenangele-genheiten/ Bundeskanzler-amt, Wien 1995;
- Birgit Bolognese- Leuchten-müller, Bevölkerungsent-wicklung und Berufsstruk-tur, Gesundheits- und Für-sorgewesen in Österreich1750-1918, Wien 1978;
- Felix Butschek, HistorischeArbeitsmarktdaten fürÖsterreich. In: Österreichi-sche Zeitschrift für Statistikund Informatik( ZSI), 17. Jg.( 1978), Heft 3, S. 216ff.;- Harald Hansluwka, Öster-
reichs Bevölkerung im Spie-gel der Volkszählung 1961(= Die Wirtschaft geht jedenan 54), Wien 1964
- Heimold Helczmanovszki,Österreichs Bevölkerung imSpiegel der Volkszählung1971(= Politische Bildung15), Wien 1974
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Langfristige Trends und Strukturentwicklung
der Frauenerwerbstätigkeit
Zieht man die letzten etwa hundert Jahre als zeitliche Basis für eineEinschätzung der Erwerbsintensität von Frauen in Österreich heranalso den» säkularen Trend«- so sind bereits auf den ersten Blickzwei besonders auffällige Tatsachen zu registrieren: Österreich liegterstens mit seinen Werten der Frauenerwerbsbeteiligung zum einenpraktisch durchgängig im europäischen Spitzenfeld und zweitenszeichnen sich diese Werte durch ihre absolut überraschende Kon-stanz über den gesamten Zeitraum hinweg aus.
Der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Berufstätigen lag mitetwa 41% bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf sehr hohemNiveau( zum Vergleich: Frankreich etwa 38%, Deutschland etwa 34%,Schweden 33%, Schweiz 32% 5). Dieser Anteil wurde in der Folgenicht einmal in Krisenzeiten( die Volkszählungen 1923 und 1934 gel-ten zudem noch als einigermaßen problematisch) mit einem Wertum 39% wirklich signifikant unterschritten. Danach ist mit Ausnah-me des Zweiten Weltkrieges, während dessen der Frauenanteil aufbis zu 60% stieg, sowie einem Rückgang auf das Niveau der Vor-kriegsverhältnisse während der Fünfzigerjahre mit etwa ebenfalls39% eine sehr gleichmäßige Entwicklung beobachtbar( 1961-1981wiederum etwa 40%, 1981-1991 durchschnittlich 41%, 1991-1996durchschnittlich 42-43%). Innerhalb dieses langfristigen Vergleichsist aber zudem noch der Umstand zu berücksichtigen, daß dieDurchführungsmodalitäten bei den Zählungen gerade in der Fragedes Erwerbsstatus von Frauen einen beachtlichen Ermessensspiel-raum offenließen. So hing etwa bezeichnenderweise ihre Einstufungals>> berufstätig«,»> helfendes Familienmitglied« oder» berufslos<<weitgehend von der Einschätzung der Erhebungsbeamten bzw. denAngaben der Haushaltsvorstände ab. In Anbetracht der zeitgenössi-schen Neigung, die Beteiligung von Frauen an der Erwirtschaftungdes Betriebs- bzw. Familieneinkommens als ein Indiz für ökonomi-sche Schwäche eher herunterzuspielen, ist also anzunehmen, daßdie amtlichen Daten bei Anlegung verbindlicher objektiver Kriterienfür die erste Hälfte des Beobachtungszeitraums noch höher hättenausfallen müssen.
Für noch aussagekräftiger werden heute übereinstimmend jeneErwerbsquoten gehalten, die auf einer Kombination von alters-,geschlechts- und erwerbsspezifischen Merkmalen basieren, alsoden Anteil der tatsächlich erwerbstätigen an den erwerbsfähigenFrauen zwischen 15 und 60 Jahren ausweisen: im Jahr 1961 lagdiese Quote( unter Einschluß der 14jährigen) bei knapp 57%, fiel
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