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Produkt Muttertag : zur rituellen Inszenierung eines Festtages ; Begleitbuch zur Ausstellung: Produkt Muttertag - Zur Rituellen Inszenierung eines Festtages, 6. April bis 4. Juni 2001, Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Entstehung
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7 1911 ging das erste ModellFord- T vom Flieẞband, 1973gilt als Schwellenjahr, in demnach Jahren militanterBetriebskämpfe FIAT von derfordistischen Massenproduk-tion zur»> flexiblen Produk-tion<< übergegangen ist.

>> Plauderstoff«)- werde ich später noch zurückkommen. Zunächstaber beschäftigt uns die Funktion der Gabe als gesellschaftlichesVerweisungssymbol.

Die Einführung des» Muttertags<< in den USA( zwischen 1907, derProklamation des» General Memorial Day of all Mothers« durch AnnJarvis, und 1914, als Präsident Wilson den» Muttertag« zum offiziel-len Feiertag erklärte) fällt zusammen mit den Gründungsjahren desImperiums von Henry Ford, Erfinder des Serien- Automobils und derconsumers society. Das ist kein Zufall. Der» Fordismus«<, wie maninzwischen die von Henry Ford inspirierte Epoche kapitalistischerProduktion zwischen( grosso modo) 1911 und 19737 nennt, hat diesoziale Funktion der Familie und der Frau radikal verändert, indemer durch die Produktion von Massen- Konsumgütern- die» einfa-che<< Reproduktion der privaten Haushalte( nicht- monetäre Eigenar-beit der Frau) durch die» erweiterte«< Reproduktion( der Konsumstandardisierter und fabriksmäßig hergestellter, monetär in Umlaufgesetzter Konsumgüter) ablöste. Dieser dynamische Prozess ist allesandere als leicht, selbstverständlich und krisenfrei, baut er sichdoch auf einer ständigen Kluft zwischen der Lohn- und Gehalts-summe und dem Wert der umlaufenden Gütermenge auf; und eben-so auf der Tatsache, daß» Mangel« als Grundlage der Wunschpro-duktion, die wiederum die Erweiterung der Reproduktion stimu-liert, selbst erst erzeugt werden muß. Rudolf M. Lüscher, SchweizerPhilosoph und Publizist, hat in seinem genialen Entwurf eines>> for-distischen Sozialcharakters« die gesellschaftlichen Effekte diesesVorgangs skizziert. Dazu schloß er an Talcott Parsons Differenz von>> instrumental<<( männlich) und» expressive leader«( weiblich) an;eine( für Lüscher) rein kulturell- historische Differenz. Den Frauenals Repräsentanten einer ANDEREN als strikt monetären Wert-struktur kommt, so Lüscher, die Aufgabe zu, mit Blick auf das Haus-haltsbudget strategische Konsumentscheidungen zu treffen, die sieauf der Grundlage der Sorge( um die Kinder, den Mann, die Familie...) treffen. Zwischen männlich- monetärer Kompetenz hinsichtlichdes>> Wieviel« und weiblichem Wissen um das» Wozu« tut sich eineKonfliktzone auf, die» sachrational« nicht lösbar ist und tendenziellauf das ganze System übergreift:» Die permanente Erneuerung vonBewertungskonflikten«, schrieb Lüscher,» wirkt dynamisierend,solange sie unterhalb eines kritischen Punktes bleibt, das heißtabgefangen wird durch einen zusätzlichen Synchronisierungsme-chanismus, der alle Mikrokonflikte unter Kontrolle hält und aufLohnorientierung hin polarisiert. Diesen zusätzlichen Synchronisie-rungsmechanismus können wir LIEBE nennen. Was der Fordismusbeerbt, ist eine Kodierung des familialen Beziehungsmusters, dem-zufolge sich zur Institution Familie zwei Akteure zusammenschlie-

Produkt Muttertag

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