Druckschrift 
Produkt Muttertag : zur rituellen Inszenierung eines Festtages ; Begleitbuch zur Ausstellung: Produkt Muttertag - Zur Rituellen Inszenierung eines Festtages, 6. April bis 4. Juni 2001, Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Entstehung
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5 Vgl. sein Vorwort zu WilhelmWinkler, Der Geburtenrück-gang in Österreich, Wien1935.

6 Liebeswerke zum Muttertag.In: Reichspost, 13. Mai 1935,S. 3.

7 Der Muttertag in Österreich.In: Mütterzeitung. Organ desMutterschutzwerkes derVaterländischen Front, 1. Jg.,H. 2, Juni 1936, S. 8.

8 Das werdende und daswachsende Kind. Eheschlie-ẞungen und Geburten inWien. In: Mütterzeitung.Organ des Mutterschutzwer-kes der Vaterländischen

Front, 1. Jg., H. 2, Juni 1936,S.7. Vgl. dazu auch diverseZeitungsberichte in Tageszei-tungen anläßlich der Eröff-nung am 5. Mai 1936.

9 Der Muttertag in Österreich.In: Mütterzeitung. Organ desMutterschutzwerkes derVaterländischen Front, 1. Jg.,H. 2, Juni 1936, S. 8.

10 Vgl. dazu die Berichte zuden Muttertagsfeiern inÖsterreich. In: Mütterzei-tung. Organ des Mutter-schutzwerkes der Vaterländi-schen Front, 1. Jg., H. 2, Juni1936, S. 8, S.11-15.

11 Vgl. Irene Schöffmann, Die

bürgerliche Frauenbewegungim Austrofaschismus( wie FN3), S. 51ff; Angela Franke,Doppelverdienergesetz undDoppelverdienerkampagne,Dipl. Arbeit Univ. Wien 1989.12 Zur Hauswirtschaftskammervgl. Irene Schöffmann, Diebürgerliche Frauenbewegungim Austrofaschismus( wie FN3), S. 134-178.

13 Aus der VaterländischenFront. In: Reichspost, 9. Mai1934, S. 6.

14 Österreichs Dank an seineMütter. In: Reichspost, 9. Mai1936.

15 Neues Wiener Tagblatt, 10.Mai 1937, S. 7.

16 Das Kleine Blatt, 11. Mai1937, S. 1.

17 Neues Wiener Tagblatt,9. Mai 1937, S. 5.

mehr die Konstruktion des» Ständestaates«<, die die Rolle des/ derStaatsbürgers/-bürgerin an die Rolle des/ der Berufsbürgers/-bürge-rin knüpfte, womit die ideologisch hochgelobten nicht- auẞerhäus-lich erwerbstätigen Hausfrauen und Mütter von der politischenMitsprache von vornherein ausgeschlossen waren. Forderungen derkatholischen und bürgerlich- liberalen Frauenbewegungen nacheiner Hauswirtschaftskammer, womit auch Hausfrauen und Haus-gehilfinnen eine berufsständische Körperschaft erhalten hätten sol-len, verliefen im Sande. 12 Die konkreten Wünsche von Frauen undMüttern nach Verbesserung ihrer durch Arbeitslosigkeit und Paupe-risierung immer schwierigeren Hausarbeit wurden gänzlich igno-riert, stattdessen inszenierte man einmal jährlich den Muttertag.

Mütterlichkeit als ideologische Brückezwischen Klassengegensätzen

Ein paar Monate nach dem Bürgerkrieg berichtete die» Reichspost«<,daß am Muttertag» eine allgemeine Versöhnung früherer Gegensät-ze Platz greifen( soll).<< 13 Zeitungsberichte über Muttertagsfeiernverwiesen immer explizit auf Arbeitermütter, zahlreiche veröffent-lichte Fotografien zeigten, wie Mütter aus den sogenannten>> Famili-enasylen«<, das waren Obdachlosenheime der Stadt Wien, hungrigauf die Pakete warteten, die ihnen anläẞßlich des Muttertagesgeschenkt wurden. Bundeskanzler Schuschnigg nahm 1936 im HotelMeiẞl& Schadn bei einer Feier für alte Mütter»> insbesondere ausden Arbeiterbezirken Wiens«< teil. 14 1937 besuchte er in neun WienerBezirken Muttertagsfeiern,» wobei er insbesondere Wert darauflegte, in den Arbeiterbezirken die Mütter zu grüßen«.15 1937 brachtedas ehemals sozialdemokratische» Kleine Blatt« Fotos von Mutter-tagsfeiern mit dem Titel» Der Kanzler huldigt den Wiener Arbeiter-müttern<<. 16 Über die Muttertagsfeiern im Musikverein, die die Vater-ländische Front 1937 veranstaltete, war zu lesen, daß dort 350 kin-derreiche Mütter versammelt wurden:» Junge und alte Arbeiterfrau-en saẞen neben den Gattinnen von hohen Beamten. Es gab keinenUnterschied, denn all die Frauen hatten eines gemeinsam: ihre Müt-terlichkeit.<< ¹ Daß opferbereite Mütterlichkeit eine Brücke zwischenden Klassengegensätzen schaffen sollte, drückte auch das Titelblattder>> Mütterzeitung« aus, das unter der strahlenden Sonne des Kru-ckenkreuzes in der Bildmitte eine Mutter mit Kind zeigte, imHintergrund links die industrielle Arbeitswelt rauchender Schloteund rechts den pflügenden Bauern.

Produkt Muttertag

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