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Produkt Muttertag : zur rituellen Inszenierung eines Festtages ; Begleitbuch zur Ausstellung: Produkt Muttertag - Zur Rituellen Inszenierung eines Festtages, 6. April bis 4. Juni 2001, Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Entstehung
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16 Die Vorträge führten Knauerzum Beispiel im Jahre 1924durch Berlin, Dresden, Leip-zig, Essen, Nürnberg, Elber-feld, Kassel, Hamburg, Glei-witz, Breslau, Königsberg,Dortmund, Hannover, Mün-chen, Stuttgart und Kiel.Knauer 1925, S. 38/39.17 Goebels 1993, S. 34/35.18 Abschrift eines Schreibens

des Jugendamtes Kassel vom28.7.1924. Archiv des Diako-nischen Werkes der Evangeli-schen Kirche in DeutschlandBerlin( im folgenden ADW),Sign.: ADW, CA/ PD 457.

19 Knauer 1925, S. 4 u. 820 Knauer 1925, S. 4. Dieseüberparteilichen und über-konfessionellen Ausschüssebestanden hauptsächlich ausVertretern der jeweiligenOrtsbehörden, der Schulen,der Kirchen und Wohlfahrts-verbände. Vgl. hierzu Hausen1984, S. 478.

21 Mit einem Einladungsbriefzu einer Sitzung dieses Aus-schusses( dat. 4.4.25) trittKnauer an den Direktor derInneren Mission Berlin, Dr.Engelmann, heran, betontdas>> stille Wirken« und ver-sucht ihn>> für diese hoheIdee« zu gewinnen. ADW, CA928 II. Brief Knauer/ Engel-mann vom 4.4.1925.

22 Goebels 1993, S. 37/38.23 VZDB 26.3.1926, S. 262.24 Satzung und Vorstand derAfV vom 11.5.1925, Bundes-archiv Koblenz( BAK), Sign.:N 1336/38.( im folgendenBAK, N 1336/38).

25 Schleiermacher 1998, S. 16.

I.

Anfänge und Vorbilder

des Muttertages und seine Durchführung persönlich« 16 zu referie-ren. Aber die Werbemaschinerie griff nur vereinzelt, der gewünschteschnelle Erfolg blieb 1923 aus: sogar» der Umsatz in Berlin<<, demzentralen Ort Knauers Handelns, war,» wie gemeldet wurde, küm-merlich.<< Ähnliches ist in einem Brief des Jugendamtes Kassel einJahr später zu lesen:» Der Deutsche Muttertag hat fast gar keinenErfolg gehabt. Die Durchführung lag in den Händen der Vereinigungder Blumenhändler. Dadurch kam die Veranstaltung von vornhereinin den Verdacht, geschäftlichen Spekulationen zu dienen. Auch diefreien Wohlfahrtsvereine enthielten sich deshalb der Mitwirkung.<< 18Knauer selbst mußte 1925 resümierend einräumen, daß der erste1922 verfaßte>> Aufruf zur Feier eines deutschen Muttertages(...)fast ungehört( verhallte) und» auch 1923(...) die erhoffte Gesamt-wirkung noch nicht in Erscheinung( trat)«. 19 Obgleich die Ortsgrup-pen des Verbandes mit Unterstützung von Knauer von Anfang anund auch in der Folgezeit» neutrale Ausschüsse für die Durchfüh-rung des Muttertages ins Leben gerufen« 20 hatten und zudem einspezieller>> im stillen wirkender« 21 Ausschuß Aktionen setzte, waren>> in den Jahren 1925 und 1926(...) die Verbandszeitungen vollerKonkursmeldungen.« ²² Ende März 1926 teilt die Verbandszeitungfast schon erleichtert mit:

>> Die Einführung des Muttertages in ganz Deutschland ist nun-mehr in die Hände der> Arbeitsgemeinschaft für Volksgesun-dung< gelegt worden. Dieser Arbeitsgemeinschaft wird es hof-fentlich gelingen, weite Kreise hierfür zu interessieren, Kircheund Schule zu gewinnen, die Regierung dahin zu bringen, denMuttertag am zweiten Sonntag im Mai als offiziellen Feiertagfestzulegen. Die Arbeitsgemeinschaft bildet im ganzen Deut-schen Reich neutrale Ausschüsse, in denen vor allem Geistlicheund Lehrer sein werden, denen die Durchführung des Mutterta-ges obliegt. Schon bestehende neutrale Ausschüsse werden derArbeitsgemeinschaft angegliedert und nutzbar gemacht. Alsowieder ein Schritt vorwärts auf unserem Wege.<< 23

Die Kooperation

Vom»> Centralausschuß für Innere Mission Berlin«<, dem damalswichtigsten protestantischen Träger von Einrichtungen für körper-lich und geistig behinderte sowie alte Menschen, wurde der Arztund Nationalökonom Dr. med. Dr. phil. Hans Harmsen( 1899-1989)im Mai 192524 zum Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft fürVolksgesundung<( AfV) ernannt, der er als wissenschaftlicher Leiterbis 1942 vorstand. 25 Seit 1924 hatte sich Harmsen» mit seinen wis-

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