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Produkt Muttertag : zur rituellen Inszenierung eines Festtages ; Begleitbuch zur Ausstellung: Produkt Muttertag - Zur Rituellen Inszenierung eines Festtages, 6. April bis 4. Juni 2001, Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Entstehung
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Der

10% 6Deutsche Muttertag

Dob

Mutter

Ra Dich das Leben auch nacht und arm,Stabi es Dir friede, freude und GlaubenGab es Dir nichts als Kummer und Barm,Allen t

Wenn en Deine Mutter eLeg Deinen Kopf in ihren Schoß,Did auszuwalne.

Ring Dieb van aller Bitteris los,Klag alles der CineKeine hann wie die verteba:Keine hann fo wie die verseibs,Von allen frauen, die um dich gehn,Die heiligte die Mutter Dein

002 Der Deutsche Muttertag,Buch von Rudolf Knauer,Berlin 1925

5 Ebd. S. 3-4.

6 Ebd. S. 38.

7 Walter Goebels, Der Achtzig-stundenjob. Hrsg. vom Fach-verband deutscher Floristene.V./Bundesverband Gelsen-kirchen, 1993, S. 34.( im fol-genden Goebels 1993).

8 Die bislang detailliertestenZusammenfassungen derArbeit des VDB respektiveRudolf Knauers in punktoMuttertag lieferte KarinHausen Mütter zwischenGeschäftsinteressen und kul-tischer Verehrung. Der Deut-sche Muttertag in der Wei-marer Republik. In: Sozialge-schichte der Freizeit. Hrsg.von Gerhard Huck, Wupper-tal 1980, S. 249-280.( im fol-genden Hausen 1980), und:Mütter, Söhne und der Marktder Symbole und Waren: Derdeutsche Muttertag 1923-1933. In: Emotionen undmaterielle Interessen. Sozial-anthropologische und histo-rische Beiträge zur Familien-forschung. Göttingen 1984,S. 473-523.( im folgendenHausen 1984).

9 VZDB Heft 12, April 1930.10 VZDB 25.1.1924, S. 29.

11 VZDB 20.3.1923, S. 68.

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Anfänge und Vorbilder

artungen von vornherein vermieden und bekämpft werden(...).<<Man dürfe>> diesen hohen Gedanken schlichter Mutterehrung( nicht)geschäftlich einseitig ausnützen,( und) ihn nach dem Vorbild Ameri-kas(...) veräußerlichen.<< Dem» deutschen Volksgemüt« entsprächeeher>> die besondere Feier eines Muttertages im Sinne der norwegi-schen Familien.<< 5

Knauer erweckt in seiner fast durchgängig pastoralen Diktion denAnschein, er handle als selbstlose Privatperson, die in der Nach-kriegszeit allen» Volksgenossen« Gutes tun will. In einem von ihm1924>> an die gesamte deutsche Tagespresse« verschickten Text istzu lesen:

>> Seit 1 1/2 Jahren geht durch unser Volk eine Bewegung dahin,zu Ehren der deutschen Frau und Mutter einmal im Jahre einenFeiertag zu halten. Wir sind der lauten Feste müde, aber ein Taginnerer Sammlung und Selbstbesinnung im trauten Kreis derFamilie tut allen not. In dieser Weise ist der Muttertag als eintrefflicher Bundesgenosse im Kampf gegen Verrohung und Ver-flachung, gegen Unmoral und Genußsucht anzusprechen. Mögedie Ausführung dieses hohen Gedankens die ideellen Kräfte inunserem Volke wieder wachrufen und damit still und stark deninneren Wiederaufbau fördern.<< 6

Schenkt man Knauers Aussagen Glauben, so erstaunt allerdings,daß der VDB in seiner Hauptausschußsitzung im Spätsommer 1922den aus dem amerikanischen entlehnten Slogan» Laẞt Blumen spre-chen<< festlegte: Walter Goebels, der Chronist des» Fachverbandesdeutscher Floristen e.V.«<( bis 1935 VDB) weiß zu berichten, daß derVerband>> im September 1922 beschloß,(...) den Muttertagsgedan-ken aus den USA zu übernehmen« und» der amerikanische Werbe-spruch Say it with Flower als am wirkungsvollsten eingestuft« undsomit einfach ins Deutsche übersetzt wurde.' Zugegebenerweiseentwickelte Knauer seine Initiativen hinsichtlich des Muttertagesim Auftrag des Verbandes offiziell erst Anfang 1923, aber der Slo-gan wurde unter seiner Verantwortung noch im Jahr 1930 als farbi-ges Plakat von der Geschäftsstelle» am besten als Sammelbestel-lung( mit einem zweiten Plakat)« verkauft. Die Werbestrategie desBlumenhandels zielte eindeutig darauf ab, jegliches kommerzielleInteresse zu kaschieren und» nur die ideale Seite der Muttervereh-rung hervorzuheben«<, 10 denn» ein zu starkes Hervortreten der Blu-mengeschäftsinhaber in Deutschland wäre einer baldigen Einfüh-rung nicht zum Vorteil.<< ¹¹ In der internen Verbandszeitung wurdendie Mitglieder( das heißt die Blumenverkäufer) auf den richtigenKurs in Punkto Muttertag ideologisch getrimmt. Inhalte der Zeitungwaren nicht selten Anleitungen wie geworben werden soll, welches

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