Druckschrift 
Gnadenreiches Jesulein : Jesuskindverehrung in der Andachtsgraphik ; Österreichisches Museum für Volkskunde im Gartenpalais Schönborn
Entstehung
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101. Filzmooser Jesulein

Gebetszettel, in der Mitte handkolorierte Radierung, 113/187 mm

( ÖMV, Sammlung Gugitz, 109.454)

VS: Faltblatt, in der Mitte steht das bekleidete Jesuskind auf einem Wolkenband überFilzmoos. In der linken Hand hält es den Reichsapfel, in der rechten Hand das Glöckchen. Das Miräkulose Jesu Kindl in Filtzmoss. Gebeth zum Jesu Kindlein in Filzmoos." Ver-leger: ,, Salzburg 1842. Gedruckt bey Jos. Oberer, Buchdrucker und Buchhändler."

( 1842)

Hall/ Tirol, Hauskapelle der Damen von Sacré Coeur

In den Wirren der Glaubenskämpfe im Engadin in den zwanzigerJahren des 17. Jahrhunderts wurden zahlreiche Kirchen verwüstet undKultgegenstände vernichtet. Religiöse Fanatiker, die eine Madonnenstatuezerhackt hatten, warfen das abgetrennte Jesulein in den Inn. Die Statuewurde aus dem Wasser gefischt und in das Damenstift zu Hall gebracht, woes kostbar eingekleidet wurde und sich fortan zahlreiche Bittsteller einfan-den. Die farbig gefaßte Figur hält in der linken Hand eine Weltkugel, beimgezeigten Andachtsbildchen ist statt dessen ein brennendes Herz zu sehen.Auf dem Kupferstich fehlt auch das Täschchen mit der Spielkarte, denn derÜberlieferung nach sollen die besorgten Angehörigen eines notorischenSpielers um Hilfe gefleht haben, worauf die Hauptkarte während desSpieles verschwand und das Spiel abgebrochen werden mußte. Die Kartefand man in der Hand des Jesuskindes wieder und hängt seither an derrechten Hand in einem Reliquienbehälter.

102. Haller Jesulein

Wallfahrtszettel, Kupferstich, 112/70 mm( ÖMV, Sammlung Gugitz, 109.694)

VS: Das prunkvoll bekleidete Jesuskind sitzt auf einem Stuhl unter einem Baldachin undhält ein brennendes Herz in seiner rechten Hand, in seiner linken Hand befindet sich zwi-schen Daumen und Zeigefinger ein Ring. Mein Kind! dein Herze Schenkhe mir sichhier! das meine geb ich dir.

( 18. Jahrhundert)

Linz/ Oberösterreich, Karmelitenkirche

Aufgrund der Bemühungen des Karmelitenpaters Emmerich a S.Stephano, dem 1736 die Leitung des Prager Karmels anvertraut wordenwar, wurden in allen österreichischen Karmelitenklöstern Kopien der Sta-tue des Gnadenreichen Prager Jesulein aufgestellt. Allerdings wurde diereich vergoldete Devotionalkopie des Prager Jesulein aus der Karmeliten-kirche in Linz angeblich nach Habstein( Jestrebi) in Böhmen verschenkt,wo ihr ein Nebenaltar errichtet worden sein soll.

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