bedeutenden Materialvermehrung ihre betonte Einseitigkeit anhaften.Freilich ist es nicht so gewesen, wie überkritische Beurteilung es sah,daß sich ,, eine Flut von Beleuchtungsgeräten, alten verrosteten Kien-spanhältern, die nie jemand reinigen wird, von grünspanigen Kerzen-leuchtern, die nie jemand ausstellen kann“, sich über die Schauräumeund Depots des Museums ergossen hat.³) Die Sammlung wurdevielmehr durch die Obsorge des Kunsthistorischen Museums in Wienin den Jahren 1921/22 gereinigt und restauriert und vierzig Jahrespäter, 1961/62, vom Verfasser dieses Vorwortes einer langwierigenund umfassenden wissenschaftlichen Beschreibung und einer darananschließenden Einordnung in eine systematisch gegliederte Studien-sammlung unterzogen. Wenn Frau Rat Dr. Gudrun Hempel abermalszwanzig Jahre später sich mit dieser Sammlung alten Beleuchtungs-gerätes neuerlich beschäftigt und einen guten Teil daraus für dieSonderausstellung 1984/85 in der Außenstelle SchloßmuseumGobelsburg eigens wieder bearbeitet hat, so zeigt es sich, daß jedeGeneration der wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums sich andem historischen Bestand dieser Sammlung schulen und bewährenkann und umgekehrt neue Kenntnisse und Einsichten an das alteSammlungsgut herangetragen werden können.
Es erscheint in diesem Zusammenhang denn auch wichtig, daß inunseren Tagen eines wiedererwachten und vermehrten Interesses ander Sammlungs- und Forschungsgeschichte der Volkskunde undvolkskundlicher Sammlungen auch der Persönlichkeit, die hinter die-ser Sammlung steht, ein besonderes Augenmerk zugewendet wird.Das kommt in der Ausstellung in einer eigenen bio- bibliographischenDokumentation des Lebens und Werkes von Ladislaus Edlen vonBenesch zum Ausdruck. Im übrigen hat die Bearbeiterin der Ausstel-lung ein besonderes Gewicht auf die Aufhellung technologischerAspekte gelegt, was in einer Zeit, da die historischen Gebrauchsgüterfür den meist unvoreingenommenen Betrachter bereits Gegenständearchäologischer Anschauung geworden sind, seine Rechtfertigunghaben mag. Dennoch blieb der volkskundlich- funktionale Aspekt unddie Frage der einstigen Beziehung des Menschen zum künstlichenLicht, zu dessen Entfachung, Gebrauch und Bewahrung nicht außeracht.
Während der Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung hat Herr
3) Leopold Schmidt, Das Österreichische Museum für Volkskunde, Werden und Weseneines Wiener Museums( Österreich- Reihe, Band 98/100). Wien 1960, S. 36–37.
5