Zielen, wie der Festigung des germanisch- deutschen Erbes. Der damali-ge Direktor Arthur Haberlandt positionierte das Museum als Haus desdeutschen Volkstums im Donauosten. Die neuen Machthabenden ließen inden ersten Jahren ihrer Diktatur dem Museum vermehrte Aufmerksam-keit und finanzielle Zuwendungen zukommen. Viele VolkskundlerInnenstellten sich mit ihren Forschungen in den Dienst dieses Systems.
Das Volkskundemuseum Wien kooperiert bei seiner Provenienz-forschung bzw. der Restitution geraubter Objekte im Sinne des Kunst-rückgabegesetzes eng mit der Kommission für Provenienzforschung. Seit2015 erfolgen umfassende Recherchen zu denVorbesitzerInnen jener Objekte, die seit 1938 inden Sammlungsbestand aufgenommen wurden.Unrechtmäßig erworbene Objekte werden andie rechtmäßigen BesitzerInnen zurückgegeben.
In seinemGründungsgedankenbekennt sich dasVolkskundemuseum
zu einer europäischenPerspektive
In den Jahren nach 1945 richteten dieneuen Verantwortlichen des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde ihre Forschungs- undAusstellungstätigkeiten wieder auf das identi-tätsstiftende Österreichische. Die Ausstellungen dieser Zeit tragen oftmalsösterreichisch im Titel, ebenso die eigenen Publikationen, wie die Öster-reichische Zeitschrift für Volkskunde, das Nachrichtenblatt Volkskunde inÖsterreich und die Österreichische Volkskundliche Bibliographie.
Das Volkskundemuseum Wien betrieb von 1966 bis 2000 eine Außen-stelle auf Schloss Gobelsburg in Niederösterreich und zeigte von 1966bis 2008 eine ausgewählte Sammlung religiöser Volkskunst in der altenKlosterapotheke im ehemaligen Wiener Ursulinenkloster. In den 1970erJahren entstand aus dem umfangreichen ost- und südosteuropäischenSammlungsbestand des Museums eine Expositur mit eigenen Mitarbeiter-Innen im Burgenland. Das Ethnographische Museum Schloss Kittsee wurde2008 geschlossen.
In seinem Gründungsgedanken bekennt sich das Volkskundemuseumzu einer europäischen Perspektive. Seit den letzten Jahrzehnten setzt esdiese Kernidee in weiten Teilen seines Programms wieder um. Gegen-wärtige Ausstellungsformate und die ständige Schausammlung zeigenden umfangreichen und vielfältigen Sammlungsbestand aus Europa.
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