MieterInnen
Im Jahr 1734 legte Friedrich Karl Graf von Schönborn- Buchheim seineStelle als Reichsvizekanzler in Wien zurück. Er verließ die Stadt und wid-mete sich seiner Berufung als Fürstbischof von Bamberg und Würzburg.Zuvor hatte er Johann Lucas von Hildebrandt zum Generalinspektor allseiner Güter ernannt. 1740 ließ Friedrich Karl das Wiener StadtpalaisBatthyány( heute Schönborn- Batthyány) in der Renngasse ankaufenund die kostbaren Möbel und Kunstwerke ausdem Gartenpalais in das neue Stadtpalais brin-gen. Im Gartenpalais Schönborn mieteten sichnun andere Adelsfamilien ein
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unter anderem
die Grafen Sylva- Tarouca, Salm und Wurmbrand.
Das Gebäude
sah mittlerweileabgewohnt ausund wurde von derlokalen Bevölkerung
gar als„ Wanzenburg"bezeichnet
Ab dem Jahr 1820 bewohnte Johann AdamWetzlar Freiherr von Plankenstern das Palais undverlegte seine umfangreiche Gemäldegaleriehierher. 1845 eröffnete Amalia Baronin Pasqualatiein privates Theater im Gartenpalais. 1860 erhieltsie die Konzession für eine öffentliche Bühne. 1862 übernahm derSchauspieler Julius Conradi das Theater und eröffnete eine Theater-schule. Im gleichen Jahr war der Schönborn'sche Besitz von der StadtWien angekauft worden. Der Barockgarten wurde zur öffentlichenParkanlage und einzelne Bereiche des Palais verschiedenen weiterenMieterInnen zur Verfügung gestellt. Der Wirt Joseph Benedikter betriebhier eine Gaststätte. In der sogenannten Bierhalle fanden Kränzchen,Bälle und Hochzeiten statt. Das ehemalige Gartenpalais Schönbornwurde als Haus für Alles beschrieben. Auch ein Bindermeister und einSargtischler übten hier ihr Handwerk aus, ein demokratischer Ver-ein hielt seine Sitzungen ab, in einem Saal trainierte ein Turnvereinund alljährlich kamen die Stellungspflichtigen zur Assentierung.
Mit dem Jahr 1870 bezog die k. k. Hochschule für Bodencultur dasGartenpalais, adaptierte das Gebäude für ihre Zwecke und erweiterteden Ostflügel zur Langegasse hin. 1872 wurde der Studienbetriebaufgenommen. Die Universität für Bodenkultur zog 1896 aus und das
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