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Gartenpalais Schönborn, Volkskundemuseum Wien
Entstehung
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Baugeschichte

Als Friedrich Karl Graf von Schönborn im Jahr 1705 als Reichsvizekanz-ler nach Wien kam, bezog er eine Amtswohnung im Reichskanzleitraktder Hofburg. Nach dem Ende der Zweiten Wiener Türkenbelagerung1683 hatte sich in den Vorstädten eine rege Bautätigkeit entfaltet. Fried-rich Karl erwarb im Jahr 1706 vom kaiserlichen Kammer- und Hofrat Jo-hann Christoph Reichsritter von Forster ein bebautes Grundstück in derAlservorstadt. Er beauftragte den Architekten Johann Lucas von Hilde-brandt mit dem Umbau des Gebäudekomplexes. Die wichtigsten Bau-maßnahmen, für den Umbau zu einem Gartenpalais wurden in den Jah-ren 1706/07 durchgeführt. Franz Jänggl, ein bürgerlicher Maurermeisteraus Wien, setzte diese Baumaßnahmen nach den Plänen des Architek-ten um. 1715 war das Gesamtkunstwerk des Grafen Schönborn mitsamtder Gartenanlage fertiggestellt. Ein Jahr später schrieb die englischeSchriftstellerin Lady Montague über das Anwesen: Count Schoenborn'svilla is one of the most magnificent. 1725 vergrößerte Graf Schönbornseinen Besitz Richtung Osten und erwarb dasangrenzende Anwesen des kaiserlichen Hof-kriegszahlmeisters Wisendo von Wisenburg.

Zu Beginn seines Studienaufenthaltesin Frankreich 1698 lernte Friedrich Karl diekönigliche Schlossanlage Marly- le- Roi kennen.Die Gestaltung des Hauptpavillons diente alsVorbild für die elf- achsige Hauptfassade desGartenpalais Schönborn. Hildebrandt betonte

CountSchoenborn's

villa is oneof the mostmagnificent

den Mittelrisalit der Fassade und setzte architektonische Akzente:sechs Kolossalpilaster mit Kompositkapitellen, ein steinernes Portalmit Balkon und eine über das Gesims hinausragende Giebel- Bekrö-nung mit Wappen. Die mit Skulpturen besetzte Balustrade und dashohe Mansarddach ließen das Gebäude zusätzlich höher erscheinen.

Hildebrandt akzentuierte die Gartenseite durch einen zentralvorspringenden Baukörper mit Dachbalustrade. In diesem soge-nannten Treppenhausrisalit führt heute noch die Prunktreppe vom

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