Wirtschaftstrakt
Größe und Pracht eines Gebäudes demonstrierten Rang und Standseines Besitzers. Gestaltung und Ausschmückung machten nichtnur seinen Reichtum, sondern auch seinen sozialen Status sicht-bar. Wirtschaftsräume und Stallungen waren ebenso Teil der herr-schaftlichen Lebenswelt und wurden adäquat ausgestattet.
Dieser ehemaligeWirtschaftsbereichbildet den ältestenTeil des Palais
Neben dem repräsentativen Ehrenhof desGartenpalais Schönborn lag der Wirtschafts-trakt. Die im Ehrenhof ankommenden Kutschengelangten über eine tonnengewölbte Durch-fahrt in den Wirtschaftsbereich. Dieser bildetemit dem anschließenden Nutzgarten und derOrangerie den westlichen Teil des Grund-stücks. Fuhrwerke gelangten über eine eigeneEinfahrt in den Innenhof. Hier befanden sichRemisen für die Kutschen und ein Prunkstall für die Pferde.
Dieser ehemalige Wirtschaftsbereich bildet den ältesten Teil desPalais. Als frühester Eigentümer ist der kaiserliche Hof- und Kammer-bildhauer Peter Conchortz für das Jahr 1647 verzeichnet. Spurenvon Vorgängerbauten sind heute noch in verschiedenen Kellern, imErdgeschoss und in der Existenz einer verbindenden Wendeltreppeerkennbar.
Neben der Einfahrt in den Wirtschaftshof befand sich eben-erdig ein historischer Küchenbereich. Vermutlich war diese Raum-einheit bereits im späten 16. Jahrhundert Teil eines kleinerenGutshofs. Reste einer Feuerstätte mit zweigeschossigem Kaminwurden bei Umbauarbeiten 1956 entdeckt und entfernt. Sichtbar istheute noch ein Gewölbe über einem quadratischen Mittelpfeiler.
Der aristokratische Haushalt und die Gartenanlage des GrafenSchönborn benötigten zahlreiche Bedienstete. Die Quartiere für dieDienerInnenschaft waren höchstwahrscheinlich im Erdgeschoss
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