Vorwort
Das Gartenpalais Schönborn in der Josefstadt, dem achten Wie-ner Gemeindebezirk, ist ein architektonisches Juwel aus demfrühen 18. Jahrhundert. Zur Zeit seines Erbauers, FriedrichKarl Graf Schönborn- Buchheim, signalisierte das langgestreck-te Ensemble mit seiner ausgedehnten Gartenanlage Freude anbarocker Pracht und an französischer Gartengestaltung. Heu-te schätzen die Besucherinnen das Gebäude als eine Oase derKultur und Kulinarik im dicht bebauten urbanen Raum.
Seit 1917 ist das Volkskundemuseum Wien in dem vom Archi-tekten Johann Lucas von Hildebrandt entworfenen Gartenpalaiseingemietet. Mit seinen bedeutenden Sammlungen aus den ehe-maligen Kronländern des Habsburgerreiches sowie aus vielen TeilenEuropas, kann es als das größte volkskundliche Museum Österreichsbezeichnet werden. 1895 vom Verein für Volkskunde gegründet,konnte dieses Museum in allen Epochen der Geschichte bestehen.
Der 1994 zum Logo gewählte Vogel Selbsterkenntnis war einebeliebte Allegorie in der Barockzeit. In Bezug auf die Entwicklung derVolkskunde als Wissenschaft bedeutet er, das Alltägliche und gesell-schaftlich Relevante zu erkennen und zu erforschen. Er symbolisiertauch die kritische Auseinandersetzung mit der Haltung der verantwort-lichen AkteurInnen in den unterschiedlichen politischen Systemen.
Seit 2013 steht das Volkskundemuseum Wien unter der Lei-tung von Matthias Beitl. Ein wichtiger Schritt zur stärkeren Wahr-nehmung in der Stadtbevölkerung geschah durch die Öffnung einerPassage von der Laudongasse in den Schönbornpark. Parallel dazuhat sich durch eine intensive Veranstaltungstätigkeit der Kreis derNutzerInnen vergrößert. Ebenso hat das Interesse seitens anderer