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Burgenländische Beiträge zur Volkskunde : die Vorträge der 6. Österreichischen Volkskundetagung in Eisenstadt 1951
Entstehung
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Orte, die zum Einzugsbereich gehören, liegen dicht beieinander. Zu ihmgehören Hohenbrugg a. d. Raab, Weinberg, Fehring und die eingepfarrtenGemeinden Gillersdorf, Loipersdorf, Unterlamm und Fürstenfeld. Unver-gleichlich stärker ist der Ost- West- Zug. Allerdings liegt das Ziel der meistenburgenländischen Wallfahrer, die über die Grenze kommen, nicht in dereigentlichen Oststeiermark, sondern weiter im Westen und Norden. Maria-trost, Mariahilf in Graz und vor allem Maria Zell sind das Ziel, die oststeiri-schen Gnadenstätten aber werden nicht übergangen, sondern sind in dieReiserouten als Rastziele planmäßig eingeordnet. Nach Maria Lebingbei Hartberg kommen schon seit Menschengedenken keine Wallfahrer mehraus dem Burgenland. Es kommen aber Prozessionen von dort, die hier haltmachen, und in Richtung Pöllauberg weiterziehen. Namentlich sind esdie Wallfahrer aus Stinaz und Kematen, die am Dreifaltigkeitssonntag aufdem Rückweg von Mariazell in Pöllauberg einkehren. Hieher kommt eineeigene Prozession auch aus Deutsch- Schützen. Die Patriziuswallfahrt vonWenigzell wird von burgenländischen Wallfahrern auch nur im Vor-übergehen besucht, man nächtigt aber auch nach alter Überlieferung hierund hält den Frühgottesdienst vor dem Altar des hl. Patrizius, dessen Ver-ehrung von hier aus in das angrenzende Niederösterreich und Burgenlandseit dem Ende des 17. Jahrhunderts ausgegangen ist 21).

Bis vor wenigen Jahrzehnten kamen jährlich am 28. August sehr vieleWallfahrer processionaliter in die Augustinerkirche in Fürstenfeld.Der Andrang war so groß, daß sogar außerhalb der Kirche im alten Kloster-gang Beichtstühle aufgestellt werden mußten. Das Ölbild des Heiligen imSchiff der Kirche wurde besonders verehrt. Die Leute berührten die Augenim Bild, das davon sehr deutliche Spuren erhalten hat. Auch jetzt wird dasFest des hl. Augustinus noch feierlich begangen. Dazu erscheinen außer denEinheimischen immer auch noch Menschen aus der steirischen und burgen-ländischen Umgebung. Man kann beobachten, daß die Frauen aus dem Bur-genland den Hochaltar langsam umschreiten, immer wieder den Altar be-rühren und nach jeder Berührung mit der Hand über die Augen fahren.Der hl. Augustinus gilt also als besonderer Augenpatron. ,, Manche Leute,die diesen Brauch üben, sollen übrigens Protestanten sein". Ähnlich wie inFürstenfeld ist auch die Wallfahrt nach Söchau in den letzten Jahrzehntensehr zurückgegangen, aber doch noch in beachtlichem Maße lebendig. Siefindet statt am sogenannten Zellerfest", das am 1. Sonntag nach MariaGeburt gefeiert wird. An diesem Tag hat fast jedes Haus in der Pfarre,, Besuch": alle auswärts verheirateten Angehörigen, Verwandten und Ver-schwägerten kommen heim. Nur der Wallfahrt wegen kommen die Burgen-länder aus Maria Bild, Krobateck, Heiligenkreuz und anderen Orten in zweioder drei Scharen zu je 30 bis 100 Teilnehmern. Sie halten schon am Samstagvorher mit Kreuz und Fahnen, unter Glockengeläute und begleitet voneinem Söchauer Priester ihren feierlichen Einzug. Die steirischen Wallfahrerkommen erst am Sonntag( Prozession aus Loipersdorf). Die Pfarrchronikführt dieses Fest auf das Jahr 1770 zurück: ,, In diesem Jahr ist die Gedächt-nis und Einsetzung des Marianischen Zellerbildnis den 9. September feier-lichst begangen worden...." Die jüngste Wallfahrt der Oststeiermark, zu-gleich die zugkräftigste und vor allem auch von den Burgenländern ge-schätzte ist Maria Fieberbründl bei St. Johann ob Herberstein. Der Gnaden-ort war eines der vielen heiligen Bründl dieses Landesteiles, wie wir sie

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