samten ostdeutschen Siedlungsraum hin verfolgen läßt: das tragendeGebälk der Treppenlaube ist dem Blockwerk des Baues„ ein-gekreuzt".
Zur Typologie des Hausgrundrisses beim Einkreuzenvon Vorhallenbauten im deutschen Osten
Vom Ermland an der Ostsee bis an den östlichen Sudetenraum und denKarpathenbogen heran, aber auch in der Marchsenke und in den steirischenVoralpen kann man als eine seit älteren Tagen volkstümliche Bauweise dasEinkreuzen beobachten, das gegenüber dem Seitenanschub einen grund-legenden Fortschritt in der Holzbautechnik vorstellt. Herkunft und Bedeu-tung dieses Architekturgedankens im volkstümlichen deutschen Wohnbauhat erstmalig H. Naumann( 1922) überlegt 11). Im Osten gründet er sichspätestens seit dem 15. Jahrhundert auf die Block- und Ständerbauweise derZimmerleute, die mit der Überzwerchstellung eines vor- oder rückspringen-den Mittelblocks zwischen zwei Flügelbauten ein standfestes Grundriß-gefüge von Ausmaßen erzielten, die das durch die Stammlänge der Bau-hölzer ursprünglich gegebene um mehr als das Doppelte übertrafen. Ichhabe die Legung des Blockwerks für einen derartigen Bau auf einer Berg-wanderung bei St. Johann ob Hohenburg westlich Graz noch 1925 beobachtenkönnen; es sind in der dortigen Gegend bis Tobelbad allgemein nach rück-wärts ausgebaute Gemächer 12). Eine Überschau über Bauernhäuser mitKreuz- und Sommerstübeln oder Söllern hat für Österreich bereits 1906A. Dachler geboten, ohne ihre einschlägige Bauart jedoch näher zu er-örtern 13), Br. Schier neuerdings auf den kulturgeschichtlichen Zusammen-hang der„ Žudr"-Bauten in Mähren nördlich Brünn und in der Hanna mitden Söllern" im Sudetenland hingewiesen, allerdings mit einem für dasindividuelle Alter der erhaltenen Bauten( erste Jahrzehnte des 18. Jahr-hunderts) zutreffenden, für die Entstehungszeit an sich zu späten Zeitansatz.Die Anführung von Žudr- Bauten schon in Ratsprotokollen aus UngarischHradisch 1447-1509 beweist ihren damals schon landläufigen Bestand 14).Im wesentlichen handelte es sich dabei darum, daß an die Stirnseite desHauses ein Speicherbau angefügt wurde, der ebenerdig eine Vorhalle zurFlurlaube einer Rauchstube hinterwärts bildete, während im Zwerchbauneben der zum Feuerraum gewandelten Flurlaube ein Stubenteil mit Hinter-laderofen angefügt wurde und auf der Gegenseite die Stallungen oderauch Speicherkammern Platz fanden, so typisch in Hinterpommern wie imSudetenland. In ersterem Bereich erscheint der ,, Mittelblock" mit der Vor-laube bei der dort üblichen Bemalung der Häuser immer noch etwa braunvom weißen Anstrich des Flügelbaues abgesetzt. In Nordböhmen trat derFeuerraum als Küche mit Herd und Backofen oft wörtlich, aber als ge-mauerter Baukörper an die Stelle der Rauchstube und ragt auch noch hinter-wärts über die Wandflucht der in Blockbau ausgeführten Ofenstube, bzw.den Stall auf der anderen Seite vor. Das Obergeschoß des Speichervorbaueswandelte sich vom einfachen Vorratsraum unter Dach zum unbeheiztenKreuz- oder Sommerstübel 15). Dies nach dem Vorbild eines südlich beein-flußten Bauwesens der höheren Stände, wie der Name Söller beweist, denetwa auch die Anbringung eines sonnigen Laubenganges davor rechtfertigte( so in Boskowitz nördlich Brünn) 16). Das erwähnte Grundrißgefüge kehrt
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