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Burgenländische Beiträge zur Volkskunde : die Vorträge der 6. Österreichischen Volkskundetagung in Eisenstadt 1951
Entstehung
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zur einspringenden Flurlaube vor dem mittleren Feuerungsraumoder sie wurde äußerlich als Laubengang von diesem auf der Stuben-seite übereck bis über die Giebelfront erstreckt; schließlich sind auch Längs-lauben entlang allen drei Räumen typisch. Dies hängt damit zusammen,daß von der Schomodei und dem Plattenseebereich bis in den Bakonyerwaldin vielen altartigen Häusern die einzelnen Wohnräume jeder eine Außentürbeibehielten, aber keine innere Türverbindung miteinanderhatten, was auch im Südburgenland typisch anzutreffen war, jedoch ohneLängslaubenvorbau: es erstreckte sich also, wie auch aus den Herd und Back-ofen mit Funkenhut( Kobelhürde) vereinigenden Feuerstätten hervorgeht,die pannonische" Bauart vor 1800 bis hier herein). Beachtlich ist auch dieweit nach Süd- wie Nordosten zu verfolgende Gepflogenheit, daß im Back-wie im Stubenofen bodenständige Mehlspeisen zube-reitet werden und zudem in altartigen Töpfen gekocht wurdeoder wird. Ein typisches Gerät, das diesen Kulturraummit dem des alten Italien verbindet, ist die Ofengabel miteinem Rädergestell zum Einschieben und Herausholen der Kochtöpfe( ,, Ofenwagen")).

Man könnte demgegenüber aus kulturgeographischen Überlegungenheraus die Frage aufwerfen, ob nicht die Bezeichnung Labn", dieBünker als typisch für das traufseitige Vorhaus", bzw. den Eingangsflurvor dem Küchenabteil schon von Ödenburg südwärts in der Heanzerei"vermerkte, eine näherliegende Wegrichtung für die Herkunft der Mörbi-scher Stiegenvorhallen weist. Ausgangsgebiet dieser Namengebung sind dienachbarlichen Hauslandschaften Niederösterreichs und der Steiermark. 1897traf B. dort noch vielfach eine durchgängige feuerlose Gesamtlaube als Flurneben der Rauchstube an, es waren in diese ,, Labn" aber auch schon seitälterer Zeit eckständige Kücheneinbauten oder-abteile im Hintergrund ein-gepaßt, welche letztere der Bauart im Burgenland entsprechen 9). Aber hierhandelt es sich bei weiträumigerer Überschau offensichtlich um eineDurchdringung zweier unterschiedlicher Wohntypen,einer ostalpinen und einer donauländischen; die Labn" blieben sämtlichinnerhalb der Wandflucht des Hauses und es kam nirgendwo zur Stock-werksbildung. Ich erkläre mir so zwar die in der Heanzerei herkömmlicheAusgestaltung der Labn" zu einem netten Eẞraum, bzw. Tischwinkel mitder gleichartigen Gewohnheit in Rauchstubengebieten, im Sommer die Mahl-zeiten in der Flurlaube einzunehmen, glaube indes nicht, daß die Erstreckungder Mörbischer Stiegenvorhallen ins Freie hinaus damit in Verbindung zubringen ist.

Der im vorstehenden beigebrachte Vergleichsstoff scheint mir vielmehreine typische Ausrichtung anderer Art darzutun: er läßt im Mörbischer Vor-hallen- Feuerraum- Gefüge einen Mittelblock" ersehen, der in einerarchitekturgeschichtlich noch aufzuhellenden Beziehung zu jenem, Ur- Haus"in Pannonien steht, dem durch seitlichen Anschub neue Gemächer angeglie-dert wurden. Man könnte also versucht sein, eine dementsprechende ,, örtlicheEntwicklung" anzunehmen, wie sie etwa auch in Kroatien an stockhohenneueren Häusern vor sich gegangen ist, die eine offene mittlere Treppen-laube als Flurraum im Obergeschoß aufweisen 10). Aber gerade das Gefügedieser in Blockbau aufgeführten Häuser deckt hiefür einen weiter reichen-den handwerksgeschichtlichen Zusammenhang auf, der sich durch den ge-

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