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Burgenländische Beiträge zur Volkskunde : die Vorträge der 6. Österreichischen Volkskundetagung in Eisenstadt 1951
Entstehung
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lenstoff enthalten die in Österreich seit den 60er Jahren des 19. Jahr-hunderts bei den Gemeindeämtern- später der Baupolizei. einzureichen-den Planskizzen für Neu- und Umbauten. Zumindestens inEisenstadt dürfte derartiges auch für dortige Umbauten erliegen; man gehedem aber auch in den kleineren Gemeinden des Landes nach!

Zur Architektur der Vorlaubenhäuser in Mörbisch

Daß eine typenkundliche Untersuchung des volkstümlichen Bauwesensim Burgenland im Zusammengehen mit neueren Erkenntnissen in verwand-ten Hauslandschaften weitreichende Ergebnisse zeitigt und eine gründlichereBestandkenntnis deren noch mehr gewärtigen läßt, ergibt der im Nach-stehenden unternommene Versuch, das Gefüge der durch besonders ziervolleStiegenlauben ausgezeichneten Weinbauernhäuser in Mörbisch, von J. R.Bünker seinerzeit als Westungarische Vorhallenhäuser" beschrieben, inseinen Entstehungsgrundlagen zu klären. Was ihre derzeitige Erscheinungangeht, so ist angesichts so mancher in Gang befindlichen Umbauten Eilegeboten, sie in Grund- und Aufriẞ in mehreren Schnitten durch Wohn- undWirtschaftsteil wie auch bildmäßig in all ihren malerischenEinzelheiten bis zurück in die Hintergassen festzuhalten. Auch wärees der Erkundung wert, ob es tatsächlich auch in Oberwart Häuser mitentsprechenden Vorhallen gegeben hat, wie Bünker beiläufig erwähnt, undwie diese aussahen.

Der Wohnteil der Mörbischer Häuser ist unterkellert bzw. halbhochaufgestockt und weist über dem Kellergang traufseitig eine mittlere, dreibis fünf Stufen hohe, vorspringende, offen in das Haus führende Eingangs-laube auf; ihr Dachvorsprung wird von zwei oder drei Säulen getragen.Dahinter ein Küchenabteil, das den Herd in Verbindung mit einem Back-ofen enthielt ersterer heute durch einen Sparherd ersetzt und in dem

man auch die Mahlzeiten einnimmt.

Die oft noch mit stattlicher Tramdecke ausgestattete Vorderstubedient nur als Schlafraum der Bauernfamilie oder ist eine typische ,, schöneStube" mit mehr neuzeitlicher Stellung der Möbel. Eine, Hinterstube" gegen-über weist etwa noch einen Tischwinkel nach alter Art auf; an ihrer Stelleist bisweilen nur ein Speicherteil mit einer Kammer über dem Keller an-zutreffen; in Nr. 130 fand B. noch einen nur Vorhalle und Küche seitlichneben einer unterkellerten Stube umfassenden Wohnteil vor, woran wieallgemein der Stall anschloß.( Abb. S. 33 und 35 und Taf. I) 2).

Die Stiegenlauben dieser in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts er-bauten Häuser haben Vordächer, die von zwei bis drei Steinsäulen klassi-zistischer Prägung getragen werden. Vor dem großen Brand 1857 hattennach Aussagen der älteren Leute die meisten Häuser im Ort solche,, Viahaisl'n", wenn oft auch nur ,, von Holzsäulen flankiert". Bünker fandsolche noch an einem laut Inschrifttafel 1733 erbauten gleichartigen Haus inÖdenburg in dessen inzwischen verglastem Vorraum, nachbarlich ein zwei-tes mit noch erhaltener Vorhalle. Über das ältere volkstümliche Herkommendieses Architekturteiles besteht also kein Zweifel. Wie aber ist er in dasgesamte Hausgefüge typengeschichtlich einzuordnen?

Bünker vertrat die Ansicht, die ,, Küche" dieser Häuser sei ,, auf eineAbtrennung von der Vorhalle, die ehemals dem ganzen Hause( in Bünkers

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