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Burgenländische Beiträge zur Volkskunde : die Vorträge der 6. Österreichischen Volkskundetagung in Eisenstadt 1951
Entstehung
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Entsprechung der Zadrugahöfe nachgewiesen werden können, ist dies inunserem Raume bisher nicht der Fall. So sagt ein Landtagsartikel von 1579,daß die Inwohner der kroatischen Bauernhäuser nicht mit abgeteiltenHauswesen beisammen wohnen, sondern als Verwandte dem, so das Guetbesitzt und sein Mitleiden daran reicht, anstatt anderer Dienstboten dieArbeit verrichten helfen". So bei Bidermann, Neue slawische Siedlungen aufsüddeutschem Boden. Und Schembera bemerkt von den niederösterreichi-schen Kroaten, daß der Vater, ohne die Wirtschaft zu übergeben, Sohn undSchwiegertochter in sein Haus aufnimmt, die Familie des Sohnes oft nacheinem amtlich bekräftigten Vertrag 5-10 Jahre als Nutznießer anerkennt.Die jungen Eheleute und ihre Kinder helfen dafür in der Wirtschaft undunterstehen der Befehlsgewalt des alten Vaters. Die gleiche Erscheinunghat Baumhackl bei den Marchfeldkroaten festgestellt und urkundliche Belegeaus dem 18. Jahrhundert beigebracht. Vom Vorhandensein von derleiZadrugahöfen ist aber in unserer Landschaft, wie gesagt, nichts zu finden.

So sehen wir, daß die Kroaten sehr bald in die Gegebenheiten der mate-riellen Kultur unseres Grenzlandes hineinwuchsen, wie sie auch in kurzerZeit Wörter aus der deutschen Sprache entlehnten.

Hingegen war die geistig kulturelle Anpassung anfänglich sicher gering.Dies ist aus der Natur der geschichtlichen Ereignisse erklärlich. Wurden jadie Kroaten von den deutschen Bauern vielfach als Eindringlinge betrachtet,ihre Ansiedlungen oft als Besitzstörung und Rechtsverletzung empfunden.Denn vielfach hatten die Nachbarn die abgekommenen Höfe in Besitz oderin billigem Pacht und mußten dieselben bei der Wiederbestiftung heraus-geben. Hier seien nur zwei Beispiele herausgegriffen: Der Propst vonKlosterneuburg plante, das öde Thiementhal- Neusiedl mit Kroaten zu bestif-ten. Daraufhin richten die Hohenruppersdorfer an die n.-ö. Landesregierungeine Eingabe, in der sie betonen: ,, Es habe dies öde Dorf weder Wasser, nochHolz und Weide, die neuen Ansiedler würden sich nicht ernähren könnenund nur den Hohenruppersdorfern lästig fallen, denn es sei allbekannt, daßvor den diebischen Kroaten nirgends etwas sicher sei, kein Pflug am Feld,kein Baum, ja nicht einmal ein Vogelnest im Walde( bei Neidl, Bl. d. V. f.Lkde. v. N.-O., Bd. 15, S. 359). Bekannt ist ferner der langwierige Hotter-streit der Eisenstädter mit den Trauersdorfer Kroaten, bei dem sich selbst diekaiserliche Kommission infolge der Aggressivität der Kroaten nicht durch-zusetzen vermochte.

Eine Folge dieser gegensätzlichen Einstellung war, daß man sich anfäng-lich mit Mißtrauen begegnete und neben der konfessionellen Eigenart derNeusiedler auch die geistig kulturelle Angleichung von heute erst dasErgebnis einer langen Entwicklung war.

Befand sich doch zur Zeit der Kroateneinwanderung die Reformationauch in unserem Lande im raschen Vordringen. Die Neusiedler aber brach-ten die altslawische Liturgie mit, an der sie auch bis in die Zeit der Gegen-reformation festhielten. Der neuen Lehre, in der sie als deutsche Lehre einInstrument der Germanisierung erblicken mochten, blieben sie trotz derBemühungen des kroatischen Prädikanten Stephan Consul und des Druckesseitens der Grundherren mit wenigen Ausnahmen der alten Kirche erhalten.Einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die Annäherung zwischen Deut-schen und Kroaten übte der Barockkatholizismus des 17. und 18. Jahrhun-derts aus. Mit dem Aufblühen des Wallfahrtswesens auch im burgenländi-

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