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Burgenländische Beiträge zur Volkskunde : die Vorträge der 6. Österreichischen Volkskundetagung in Eisenstadt 1951
Entstehung
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schen Siedler. Stützten sich diese bei ihrer Rodungs- und Kolonisationsarbeitauf die fränkische Macht und die bayrische Kirche, so waren die KroatenFlüchtlinge oder Versetzte, denen die Brücke zu ihrer alten Heimat abge-brochen war und die nunmehr in die rechtlichen, gesellschaftlichen, wirt-schaftlichen und kulturellen Gegebenheiten der neuen Heimat hineingestelltwurden, denen sie sich notgedrungen anpassen mußten.

Die Hauptelemente der bäuerlichen Siedlungslandschaft Flur, Dorf undHof konnten schon infolge der engen Verbindung der Neusiedler mit denaltansässigen Bewohnern und der Einflußmaßnahme der Grundherrschaftenkeine Abänderung erfahren. Die Flurform mußte ja zudem auch beiNeugründungen nicht erst geschaffen werden. Geschah eine solche Neugrün-dung im Waldland, wurde die schon bekannte Waldhufenflur angewendet.

Wehofsits nennt in seiner Dissertation folgende Kroatendörfer mit Waldhufen-bzw. mit Waldhufengewannfluren: Waldhufenflur: Neuhaus i. d. Wart, Punitz. Wald-hufengewannflur: Krottendorf, Harmisch, St. Kathrein. Da St. Kathrein und Har-misch schon früher bestanden, muß die Flurform gar nicht von den Kroaten stammen.

Neben Waldhufenfluren entstanden auch die allgemein gebräuchlichenGewannfluren wieder. Auffallend regelmäßig ist diese Form in den Kroaten-dörfern Kleinpetersdorf, Kleinzicken, Spitzzicken, die auf den Hottern alterGemeinden entstanden.

Bei Stammeseinsiedlungen und bei Wiederbegründungen war die Flur-form gegeben, außer, daß einzelne Lüsse im Besitze oder in Pacht der Nach-bargemeinden waren. Nur wurden nach Breu bei Wiederbesiedlungen undgrößeren Einsiedlungen vielfach Vereinfachungen und Normalisierungenvorgenommen. Die waren aber nach den Verwüstungen durch die Türken-kriege in der ganzen Landschaft Regel und betrafen die deutschen Siedlun-gen gleichermaßen. Zudem war der Grad der Regelmäßigkeit der Gewann-fluren meist auch geländebedingt. Als im 17. Jahrhundert nach Auflassungder Meierhofwirtschaften am Hange des Rechnitzer Gebirges die dem bergi-gen Gelände angepaßten Flurblöcke an die neuen Siedler nach dem Gewann-system verteilt wurden, entstand hier eine Mischform zwischen Weilerflurund Gewannflur. Eine Flurform, wie sie die südslawische Zadruga fordert,kann ebenso wie die Zadruga selbst bisher nirgends nachgewiesen werden.

Die Dorfform blieb bei Stammeseinsiedlungen in ihrer Art erhalten,aber auch bei Wiederbegründungen, besonders wenn die Besiedlungskonti-nuität nur auf kurze Zeit unterbrochen war. Wohl aber treten auch hierVereinfachungen der alten Form auf, indem einfache Straßen- oder Anger-dörfer errichtet wurden. Aber auch dies war nach den ersten Türkenkriegenwieder kein Spezifikum kroatischer Bauweise, sondern wurde nach Brändenauch in deutschen Gemeinden geübt. Auch die kroatischen Neugründungenim Südburgenland fallen in ihrer Ortsplanung keineswegs aus dem Rahmender deutschen Landschaft.

Die alte, erprobte, natürlichen und geschichtlichen Bedingungen desRaumes entspringende Hausform wurde von den Kroaten, wie ehedemvon den Magyaren, übernommen. In Form und Bauweise waren die deut-schen und kroatischen Häuser völlig gleich, es sei denn, daß der Anstrich derkroatischen Häuser mehr der slawischen Farbenfreudigkeit entsprach.

Während nun in Niederösterreich im 16. Jahrhundert bei den kroatischenSiedlern Hauskommunionen, allerdings ohne siedlungsgeographische

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