einem handtuchähnlichen Überwurf, peča genannt. In der Ćićarijagab es diese ältere Art der Kopfbedeckung bis in die 70er Jahre des19. Jahrhunderts. Aber auch die weißen viereckigen Kopftücher wur-den später durch bunte Seiden- bzw. Wolltücher mit Fransen, inneuerer Zeit durch braune oder schwarze Kopftücher ersetzt. DieSchuhe( Inv.-Nr. 2.299)- postoli aus härterem, zu Hause gegerbtemRindsleder, ersetzen die einst in Istrien allgemein getragenen opan-ken. Jedenfalls sind sie wie auch die übrigen Bestandteile der Trachtein jüngeres Requisit im istrianischen Trachtenbild.
Die Männerkleidung( Inv.-Nr. 2.301-2.309) stammt aus derselbenGegend und wurde als Pendant zur oben beschriebenen Frauenklei-dung angeschafft. Sie ist gänzlich aus selbst produziertem Wollstoffhergestellt. Die Hosen( Inv.-Nr. 2.303)- brnoveke, banavreke, bene-vreke sind stets aus weißem Loden, dem Bein eng angepasst, undreichen bis zu den Knöcheln. Solche benevreke sind bezeichnend fürdie kroatischen Uskoken Istriens, und sie wurden nicht nur in Westi-strien und in der Ćićarija getragen, sondern auch nördlicher von denSlowenen des Karstes und in Innerkrain. Dies erschließt sich aus derbildlichen Darstellung in Koritniks Mappe aus der erste Hälfte des19. Jahrhunderts, die im Ethnographischen Museum von Ljubljanaaufbewahrt wird. Auf demselben Bilde sehen wir auch die männlicheOberkleidung aus dunklem Zeug, die ebenfalls den istrianischenExemplaren entsprechen. Dabei handelt es sich um eine Weste ausbraunem Loden( Inv.-Nr. 2.305)- krožat genannt, am Wiener Exem-plar allerdings nicht mehr mit dem charakteristischen viereckigenAusschnitt ohne Kragen, sondern mit einem kleinen gehobenen, demHals anliegenden Kragen und mit umgeklapptem Revers, ganz ähn-lich dem Leibl oder Wams der Männerkleidung der Alpenbewohner.Nahezu gleich- abgesehen vom runden Halsausschnitt und denlangen Ärmelnist der Rock mit Ärmeln koret s rukavi( Inv.-Nr. 2.306), ebenfalls aus braunem Loden. Zu dem Wiener Kostümgehört noch ein Stück der Oberkleidung, das heißt ein ärmelloserlanger Rock kamižola( Inv.-Nr. 2.307), der bis zu den Knien reicht undim Winter unter dem mit Ärmeln versehenen Rock getragen wird. DieKleidungsstücke benevreke, krožat und koret gehören ausschließlichder Männertracht an, sowohl in Bezug auf das Material als auchsemantisch auf das Gesamtgebiet des dinarischen Berglandes vonIstrien bis Montenegro, je nach dem engerem Gebiet ihres Auftretensnach Farbe, Ornament und Details im Zuschnitt variierend. Diemännliche Kopfbedeckung ist im dinarischen Bergland und in Istrieneigentlich dieselbe: eine Kappe- klobučić( Inv.-Nr. 2.301) aus natur-farbener roher, aber gewalkter Wolle, wie das albanische weiße kečegefertigt. Es erinnert jedoch durch seine Form an die bekanntedalmatinische rote Mütze.
-
―
52
62