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Istrien: Sichtweisen : Begleitbuch zur Jahresausstellung 2001 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee vom 27. Mai bis 14. Oktober 2001 und vom 27. Oktober 2001 bis 27. Jänner 2002 im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien
Entstehung
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Das gesellschaftliche Projekt: die Suche nach der Authentizität

Allerdings mischte sich dieses akademische Forschungsinteressenicht selten mit einem nostalgischen Blick auf diese zum Untergangverurteilte Welt. ,, Volkskunst" schwärmt denn auch Arthur Haberlandt,, ist...Lebenssinn, Lebensinhalt, nicht bloß leerer Kunstbegriff. Sieist uns Ausdruck einer bestimmten Lebenshaltung, einer Lebenshal-tung, die die Menschen zu einer Gemeinschaft zusammenführt unddas ihnen Gemeinsame gestaltet"( Haberlandt, in: Johler 1997,S. 341). Das von der Moderne als unbeeinflusst wahrgenommene, wahrhafte Volk erschien nicht nur als ein faszinierendes Relikt derVergangenheit, sondern auch als eine erstrebenswerte Alternativezur Gegenwart und Zukunft.

Dass die Ethnographen und Volkskundler mit diesem nostalgischenBlick auf die Vergangenheit und auf das Volk als deren lebendigeZeugen keineswegs alleine standen, und wie sehr sich der Blick derEthnographen mit dem nostalgischen Bedürfnis des Bürgertumsmischte, zeigt der Erfolg des 1894 in Wien gegründeten Vereins fürÖsterreichische Volkskunde, der sich die Erforschung der VölkerÖsterreichs und des Balkans zur Aufgabe gemacht hatte: Bereits amEnde des ersten Vereinsjahres zählte die Vereinigung nahezu tau-send Mitglieder( Schindler 1992, S. 63), zu denen, Gelehrte... undKünstler..., Adelige... und hohe... Beamte..,... Prälaten der öster-reichischen Stifte und Klöster... und... Lehrer... und Geistliche...zählten, welche mit dem urwüchsigen Volke in engster Fühlungleben und zu den besten Kennern desselben gehören( Haberlandt1895 in: ibid.). Trotz dieses so engen Kontaktes mit dem, urwüchsi-gen Volke' wurde dieses im Umfeld des Vereines und des Museumsfür österreichische Volkskunde kaum als, real existierende", unterpri-vilegierte Unterschicht wahrgenommen und diskutiert, sondern zueinem Ideal erhoben, in dem sich bäuerliche Vergangenheit undbürgerliche Sehnsüchte vermischen"( Jacobeit 1990, S. 53).

Das politische Projekt: Die Vielfalt der Völker und die Einheitder Monarchie

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Die Entdeckung und Idealisierung des Volkes' war bekanntlich keineSpezifizität des Wiener Vereins- in ganz Europa wurde die natürlicheLebensweise zum nostalgischen Ziel" gebildeter Gesellschaftsschich-ten, wurde das Leben des ländlichen Volk als moralische Größe derDekadenz der Städte entgegengesetzt( siehe Köstlin 1997, S. 42f.).Während jedoch das, Volk' dabei häufig ins Zentrum nationalerBestrebungen geriet, zielte der Wiener Verein für Volkskunde gerade

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