Das Österreichische Museum für Volkskunde wurde 1895 durch diebeiden Ethnographen am Naturhistorischen Museum in Wien, Micha-el Haberlandt und Wilhelm Hein gegründet.„ Die Sammlungen warenentsprechend der Gründungsidee des Museums für das Gesamtge-biet der cisleithanischen Reichshälfte der österreichisch- ungarischenMonarchie gedacht."( Beitl 1994, S. 7) Damit folgten die Mu-seumsgründer der Zielsetzung des Kronprinzen Erzherzog Rudolf,,, das Studium der innerhalb der Grenzen der Monarchie lebendenVölker" zu födern sowie wachsenden Einblick in die Vorzüge undEigenthümlichkeiten der einzelnen ethnographischen Gruppen undihre gegenseitige und materielle Abhängigkeit voneinander" zu bieten( Erzherzog Rudolf, S. 5-17). Diese Gesamtdarstellung der Monar-chie anhand reich illustrierter Beiträge von Fachleuten aus denjeweiligen Ländern wurde im sogenannten Kronprinzenwerk, der,, Österreichisch- ungarischen Monarchie in Wort und Bild", einem über12.000 Seiten starken, 24- bändigen Werk, das zwischen 1885 und1902 erschien, publiziert. Die einzelnen Bände folgten dem rechteinheitlichen Kapitelschema Ur-, Landes- und Reichsgeschichte,Geographie und Landschaft, Ethnographie und Volkskunde, Musik,Literatur und Theater, Architektur und Kunst, Volkswirtschaft. Sowerden beispielsweise in dem 1891 erschienenen Band„ Das Kü-stenland( Görz, Gradiska, Triest und Istrien)" im Kapitel„ Volks-wirthschaftliches Leben im Küstenlande" die Themen„ Maritime Ent-wicklung und Schiffahrt in Triest und Istrien“,„ Die Fischereiverhält-nisse im Küstenland",„ Industrie, Handel, Gewerbe, Hausindustrie,Salinen und Bergwesen in Istrien“,„, Forstwesen in Istrien und Triest"sowie„, Ackerbau, Weinbau und Viehzucht in Istrien" abgehandelt.Solch eine umfassende Darstellung konnte( und kann) das Österrei-chische Museum für Volkskunde nicht leisten allein schon ausPlatzmangel, der an seiner ersten Unterkunft im großen Saal derWiener Börse bis 1917 besonders stark zu spüren war( Beitl 1994,S. 7).
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Doch gleich in der ersten Aufstellung in dem von der Stadt Wien fürMuseumszwecke zur Verfügung gestellten Gartenpalais Schönbornfand ein ,, istrischer Topos", die sogenannte istrische Küche, Platz. Mitder ,, Einrichtung einer Wohnküche mit Kaminherd aus dem italieni-schen Küstenland in Istrien“ wurde auf das Vorbild der Jagdausstel-lung von 1910 zurückgegriffen:„ Der Ausstellungsraum ist als dasInnere eines Istrianer Hauses mit der charakteristischen offenenFeuerstelle gedacht, an welcher der Jäger vor dem Borasturm Schutzsucht und sich von der Bäuerin Polenta kochen läßt; am Feuer stehender landesübliche Feuerhund, die Kupferkessel, die Giara, die Cu-tora, während das erlegte Wild an den Wänden hängt."( Ausstellungs-kommission 1019, S. 223) In einem Museumsführer heißt es von der
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